Innsbruck

Aug’ in Aug’ mit großen Tieren

Aus Kata Hinterlechners Zyklus "I Killed Bambi".
© Medienservice Innsbruck

„I Killed Bambi“ nennt Kata Hinterlechner ihre Schau in der Innsbrucker Andechsgalerie.

Von Edith Schlocker

Innsbruck –Im wahrsten Sinn des Wortes tierisch geht es in der Kunst von Kata Hinterlechner zu. Die Ausstellung hat die Büchsenhausener Stipendiatin speziell für die Andechsgalerie konzipiert, um deren Wände mit vielen kleinen, teilweise übermalten Collagen zu pflastern.

Die Idee zu ihrem „tierischen“ Zyklus basiert auf der um die Welt gehenden Meldung des spektakulären Ausbruchs von Wild- und Raubtieren am 14. Juni 2015 aus dem Zoo von Tiflis nach einem verheerenden Unwetter, wo plötzlich der Mensch Aug’ in Aug’ Tigern, Wölfen, Bären und Nilpferden gegenüberstand. Der Schock, den dieses Ereignis auslöste, ist für Hinterlechner ein Indiz dafür, wie sehr wir einen natürlichen Umgang mit der Natur verloren haben.

Voll hintergründiger Ironie, übersetzt in oft nostalgisch gerahmte Bildchen, um etwa einen Affen auf einem Ledersofa posieren zu lassen, während daneben eine Lady sich in ihren Pelz hüllt oder eine afrikanische Gazelle durch ein hochalpines, von Straßen durchpflügtes Gelände hüpft. Aber auch historische Bezüge tauchen in den raffiniert collagierten Arbeiten der 1979 geborenen Innsbruckerin immer wieder auf, nicht zuletzt in der titelgebenden Arbeit „I Killed Bambi“, wo sowohl auf Felix Saltens Buch „Bambi“ aus den 20er-Jahren als auch auf den Song „Who Killed Bambi“ der Sex Pistols Bezug genommen wird.

Und was hat Oskar Kokoschka in dieser schrägen Menagerie zu tun? Er war zu seiner Zeit ein „großes Tier“ in der Kunst und – zeitverschoben – einer von Hinterlechners Kollegen an der Wiener Angewandten.

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