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Post vereinfacht Paketzustellung und baut ältere Mitarbeiter ab

Sofern im Einzelfall kein Grund für eine weitere Verarbeitung gegeben ist müssen nun alle Daten von der Post gelöscht werden.
© TT / Thomas Boehm

Ab Sommer 2016 soll es neue Empfangsboxen für Pakete geben. Älteren Mitarbeitern wird Verdreifachung der Abfertigung angeboten.

Wien – Die Österreichische Post will die Paketzustellung verbessern. Daher werden ab Sommer des kommenden Jahres Empfangsboxen angeboten, die die Kunden vor der Haustür abstellen können. Der Verschlussmechanismus entspricht dem der bereits vorhandenen fast 12.000 Empfangsboxen in Wohnhausanlagen. Des weiteren werden ab März 2016 die Landabgabekästen um Empfangsboxen erweitert.

Billigbrief-Angebot für Geschäftskunden

Für die Boxen für ländliche Gegenden läuft bereits seit September ein Pilotversuch in Leibnitz und Wörgl. Bei den Haustür-Empfangsboxen ist noch die Typenentscheidung ausständig, dementsprechend lässt sich auch noch kein Preis dafür nennen. Die schon vorhandenen Boxen in Mehrparteienhäusern kosten in der mittleren Ausführung 189 Euro pro Stück.

Eine weitere Neuerung ist der „Billig-Brief“ für Geschäftskunden, die es mit der Zustellung nicht so eilig haben. Derzeit werden 95 Prozent aller Standardbriefe am nächsten Tag zugestellt. Gewerbliche Versender wie Banken und Versicherungen hätten es aber oft nicht so eilig, würden aber gerne günstiger verschicken, so Post-Chef Georg Pölzl. Für diese wird es im Laufe des nächsten Jahres ein Angebot für Briefe geben, die innerhalb von vier Tagen ausgeliefert werden.

Weiter rückläufig ist der Personalstand der teilstaatlichen, börsenotierten Post. Gab es im Vorjahr noch 24.005 Postler (umgerechnet auf Vollzeitkräfte), so sind es mittlerweile nur mehr 23.578. Knapp 814 Mio. Euro gab die Post in den ersten drei Quartalen für ihre Mitarbeiter aus. Zuletzt hat die Post wieder verstärkt auf Teilzeitmodelle bzw. Sonderurlaube (Sabbatical) gesetzt.

Post doppelt Sozialplan auf

Ganz besondere Post erhalten die über 50-Jährigen Mitarbeiter derzeit von ihrem teilstaatlichen Arbeitgeber: Post-Bedienstete, die sich entscheiden, ihren Arbeitsplatz bis Ende Dezember aufzugeben, bekommen die Abfertigung ordentlich aufgestockt.

Um Vertragsbedienstete zum Abschied zu bewegen, wird diesen unter anderem die Verdreifachung der Abfertigung angeboten. Dies gehe aus einem Einladungsbrief an einen Postler hervor, berichtet der Standard vorab. Für die geplante Maßnahme werde auch der Sozialplan aufgedoppelt.

Der Betriebsratsvorsitzende Helmut Köstinger betont gegenüber der Zeitung, dass es sich um eine Initiative der Post handelt und kein Mitarbeiter zur Annahme des Angebots gezwungen werden kann. Dass ausgerechnet die mehrheitlich im Staatsbesitz stehende Post ältere Arbeitnehmer aus dem Unternehmen bugsieren will, „gefällt mir auch nicht, ist aber eine moralische Frage“, sagt Köstinger.

Dem Vernehmen nach gibt es insbesondere im Filialnetz Personalüberhang, so die Zeitung. Die Post verfüge weiters über 91 Mio. Euro an Rückstellungen für Personalmaßnahmen. Nicht zu verwechseln sei dieser Topf mit dem Topf für „Personalunterauslastung“ für Beamte, deren Arbeitsplatz wegrationalisiert wurde. Von ihnen gebe es aktuell rund 450.

Rechnungen müssen weiterhin per Post kommen

Handy-, Kreditkarten-, Versicherungsrechnungen und Ähnliches müssen weiterhin auf dem Briefweg zugestellt werden. Damit haben sich Verbraucherschützer und die Österreichische Post bei der gestrigen Novelle des Postmarktgesetzes durchgesetzt.

Einen kleinen Erfolg konnte die Versender aber doch verbuchen: Bei Geschäftskunden ist künftig die alleinige Zusendung einer Online-Rechnung der Standard. Allerdings kann der Kunde auf eine Brief-Rechnung bestehen, diese muss kostenfrei angeboten werden, so die Post.

Die Pflicht auf eine Rechnung auf Papier bei Privatkunden entfällt wenn sich der Kunde dafür entscheidet, die Zahlungsaufforderung nur online bekommen zu wollen. Ein Zuckerl dafür, wie etwa einen Rabatt wenn auf das Recht auf Papier verzichtet wird, ist laut Post-Chef Georg Pölzl illegal - auch wenn es immer wieder probiert werde. (APA, TT.com)

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