EM-Play-off

Ungarn jubelte in Oslo dank Problemkind Kleinheisler

Siegtorschütze Laszlo Kleinheisler wurde in Ungarn als Matchwinner gefeiert.
© Reuters

Laszlo Kleinheisler ist bei seinem Verein Videoton derzeit nur im zweiten Team im Einsatz. Gegen Norwegen avancierte der 21-Jährige dennoch zum Matchwinner.

Oslo – Ungarn wähnt sich mit einem Bein bei der Fußball-EM-Endrunde in Frankreich 2016. Nach einem Hinspiel gehen die Magyaren mit einem 1:0-Vorsprung ins Rückspiel gegen Norwegen in Budapest am Sonntag. Den Siegestreffer schoss ausgerechnet das Problemkind: Laszlo Kleinheisler feierte in Oslo sein Debüt im A-Team, in der Liga kommt er bei Videoton aber in dieser Saison nicht zum Einsatz.

„Die Auswahl steht mit einem Bein in der EM“, titelte Ungarns größte Boulevardzeitung „Blic“ (Freitag) einen Tag nach dem unerwarteten Erfolg in Norwegen. Die Skandinavier waren drückend überlegen. 16:0 lautete das Eckballverhältnis zugunsten der Hausherren, die bei einem Remis drei ihrer jüngsten vier Heimspiele gewonnen hatten. Ungarns Torhüter Gabor Kiraly durfte sich in seinem 100. Länderspiel über die Null freuen. Dem 39-Jährigen fehlt nur noch ein Spiel, um den Rekord von Legende Jozsef Bozsik (101 Länderspiele zwischen 1947 und 1962) zu egalisieren. Als „Held von Oslo“ wurde jedoch Kleinheisler gefeiert.

Bei Meister Videoton nur zweite Wahl

Der 21-Jährige traf im Ullevaal-Stadion bei seinem Debüt in der 26. Minute. Dabei spielt der Mittelfeldmann derzeit nur im zweiten Team von Meister Videoton, nachdem er sich weigerte, seinen im kommenden Juni auslaufenden Vertrag zu verlängern. „Mir ist egal, was der Club mit ihm macht. Seine Leistung ist großartig“, sagte Ungarns deutscher Teamchef Bernd Storck nach dem Sieg. Er warnte vor zu großer Euphorie.

Die favorisierten Norweger fahren jedoch mit Frust im Gepäck nach Budapest. Trainer Per Mathias Högmo wurde scharf kritisiert, nachdem er das 16-jährige Supertalent Martin Ödegaard von Real Madrid nur auf der Bank sitzen hatte lassen. Auch Salzburgs Valon Berisha blieb nur die Rolle als Zuschauer. „Wenn sie uns hier schlagen können, können wir sie auch in Ungarn schlagen“, meinte Högmo trotzig.

Ungarn qualifizierte sich zuletzt bei der WM 1986 in Mexiko für ein großes Turnier. 1972 war die Mannschaft bei der EM dabei, damals standen nur vier Mannschaften im Final-Turnier. Norwegen war zuletzt 2000 bei der EURO dabei. (APA)

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