Internationale Libyen-Konferenz in Rom hat begonnen

Es soll bis Jahresende eine Regierung der nationalen Einheit gebildet werden.

Seit der international unterstützten Entmachtung Gaddafis herrschen chaotische Machtverhältnisse in Libyen. Der IS (Daesh) profitiert davon massiv. (Archivbild: Menschen in Tripolis schwenken libysche Flaggen zum 4. Jahrestag der Entmachtung Gaddafis)
© APA/EPA

Rom – In Rom hat am Sonntagvormittag eine internationale Konferenz zu Libyen begonnen. Das Ziel des Treffens auf Einladung Italiens und der USA ist es, die rivalisierenden Regierungen in Libyen zur Annahme des unter Vermittlung der Vereinten Nationen ausgehandelten Friedensabkommens zu bewegen.

Die Konferenz wurde von US-Außenminister John Kerry zusammen mit seinem italienischen Amtskollegen Paolo Gentiloni eröffnet. Kerry traf am Sonntagvormittag in Rom ein, nachdem er am Samstag das positive Ende des Pariser Klimagipfels gefeiert hatte.

Neben den fünf UNO-Vetomächten nehmen mehrere große europäische Staaten, die Nachbarländer Libyens sowie wichtige Staaten aus der Region an der Konferenz teil. Die beiden rivalisierenden Regierungen und Parlamente in Libyen hatten sich Anfang Oktober unter UNO-Vermittlung nach monatelangen Verhandlungen auf ein Machtteilungsabkommen geeinigt, doch scheiterte dessen Ratifizierung bisher in den Parlamenten. Die international anerkannten Volksvertreter haben ihren Sitz in Tobruk, die islamistische Gegenregierung und deren Parlament tagen in Tripolis.

In den beiden libyschen Parlamenten gibt es seit langem Unstimmigkeiten über den Weg hin zu einer Einheitsregierung. In Libyen herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 Chaos und Gewalt. Die Städte werden von rivalisierenden Milizen kontrolliert, während die beiden Parlamente und die zugehörigen Regierungen die Macht für sich beanspruchen. Die Erdölproduktion ist deutlich eingebrochen. Etwa zwei Millionen der mehr als sechs Millionen Einwohner benötigen humanitäre Hilfe, Hunderttausende sind auf der Flucht. (APA)


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