Mit 14 auf der Flucht: Dölsach bietet Heimat

Von Catharina Oblasser...

Khalil, Mohammad, Omran und Hossein (v. l.) wohnen jetzt in Dölsach.
© Brunner

Von Catharina Oblasser

Dölsach –Er ist erst 14 Jahre alt, und doch hat Khalil schon die Flucht aus den Kriegswirren Afghanistans hinter sich: allein. Seit wenigen Tagen hat er ein neues Zuhause, ebenso wie seine Landsleute, die beiden 15-Jährigen Omran und Hossein und der 16-jährige Mohammad. Sie leben mit anderen minderjährigen Flüchtlingen, die ebenfalls allein unterwegs waren, nun in einem Haus in Dölsach. Die Burschen stammen aus Afghanistan und Somalia, Platz ist für 14 Personen. Die Jugendlichen werden vom SOS-Kinderdorf betreut, das in der Nachbargemeinde Nußdorf-Debant ist. Sechs Männer und Frauen kümmern sich rund um die Uhr um die Burschen und übernachten auch abwechselnd im Dölsacher Haus. Eine ähnliche Unterkunft für minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge des SOS-Kinderdorfes Tirol gibt es in Hall, im so genannten Biwak.

Dass die Jugendlichen – ausschließlich Burschen – eine Herberge in Osttirol gefunden haben, ist neben dem SOS-Kinderdorf auch Hausbesitzerin Andrea Miglar-Tschapeller zu verdanken. Sie stellte das Gebäude, das ihr Elternhaus ist, zur Verfügung und brachte die Zimmer sogar auf eigene Kosten auf den neuesten Stand. „Für mich ist es das größte Weihnachtsgeschenk, dass ich das für Menschen auf der Flucht tun kann“, meint die Hausherrin. Auf Gemeindeseite bewies Guido Fuss, Leiter des Kinderdorfes in Nußdorf-Debant, viel Geschick und Einfühlungsvermögen. Er stellte das Projekt den Gemeinderäten vor. „Es war nicht leicht, alle zu überzeugen, doch schließlich gab es einen einstimmigen Beschluss dafür“, sagt er.

In die Schule sollen die 14- bis 16-Jährigen in Nußdorf-Debant gehen. Der Dölsacher Bürgermeister Josef Mair verweist auf die 38 Vereine in der Gemeinde, darunter viele Sportvereine. Auch so soll die Integration der jungen Flüchtlinge gelingen.

Symbolische Schlüsselübergabe durch Hausherrin Andrea Miglar-Tschapeller an Guido Fuss vom SOS-Kinderdorf.
© Oblasser

Kommentieren


Schlagworte