Flüchtlinge - Athen plant Mini-Gipfel mit Merkel und Erdogan

Athen (APA/AFP) - Die griechische Regierung plant einen Mini-Gipfel zur Flüchtlingskrise mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und dem t...

Athen (APA/AFP) - Die griechische Regierung plant einen Mini-Gipfel zur Flüchtlingskrise mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Das Gipfeltreffen solle auf der griechischen Ägäis-Insel Chios stattfinden, sagte der griechische Außenminister Nikos Kotzias am Sonntag dem Sender „Mega TV“.

Die Teilnehmer sollten aber auch ins türkische Izmir übersetzen, „um beide Seiten zu sehen“. Ein Termin steht laut Kotzias noch nicht fest, wahrscheinlich finde das Treffen Anfang Februar statt.

Griechenland steht wegen seines Umgangs mit Flüchtlingen in der Kritik. Die EU-Kommission verwarnte das Land am Donnerstag zusammen mit Italien und Kroatien wegen Mängeln bei der Erfassung von Fingerabdrücken. Regierungschef Alexis Tsipras räumte daraufhin frühere Versäumnisse ein und sagte eine zuverlässige Registrierung aller Flüchtlinge in seinem Land zu. Seit Jahresbeginn haben mehr als 750.000 Flüchtlinge die Ägäis überquert.

Der Chef der EU-Grenzschutzagentur Frontex, Fabrice Leggeri, warf Athen in der griechischen Zeitung „Kathimerini“ vom Sonntag vor, seit Oktober die Stationierung zusätzlicher Grenzschützer verzögert zu haben, weil es nicht die erforderlichen griechischen Führungsbeamten benannt habe. „Wir können keine Grenzschützer ohne federführende Griechen entsenden“, beklagte Leggeri. „Diese Woche wurden 19 Griechen zur Verfügung gestellt und uns fehlen immer noch zwölf.“

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Kotzias übte seinerseits Kritik. Anders als die griechischen Grenzbeamten arbeite Frontex nicht rund um die Uhr und an den Wochenenden, sagte er gegenüber „Mega TV“. Griechenland habe die EU-Genzschutzagentur um 780 Beamte für die griechischen Inseln gebeten, Frontex habe aber bisher nur 430 Beamte geschickt. Der griechische Außenminister hob außerdem hervor, dass sein hoch verschuldetes Land dieses Jahr bereits fast zwei Milliarden Euro für die Bewältigung der Flüchtlingskrise ausgegeben habe.


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