Kulturhauptstädte: Alte Wunden, neue Impulse

Innsbruck – Mit Jahreswechsel geben die wallonische Stadt Mons und das tschechische Pilsen das Zepter der europäischen Kulturhauptstadt an S...

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Innsbruck –Mit Jahreswechsel geben die wallonische Stadt Mons und das tschechische Pilsen das Zepter der europäischen Kulturhauptstadt an San Sebastián und Breslau weiter. Die baskische Metropole San Sebastián in Nordspanien will dabei nicht mit großen Namen und Showeffekten aufwarten, sondern die Kultur dazu nutzen, die Wunden des ETA-Terrors zu schließen. Die Organisatoren sehen das wichtigste Ziel der Veranstaltungen darin, das Publikum einzubeziehen. Die Kultur soll in der baskischen Metropole, die jahrzehntelang unter dem Terror der ETA zu leiden hatte, zur Förderung des friedlichen Zusammenlebens dienen. Geplant sind u. a. das „Festival Music Box“ mit einer Serie von Konzerten und die Ausstellung „Friedensverträge“, die 300 Kunstwerke europäischer Meister zeigen wird, die 21 Museen zur Verfügung stellen.

Mit der eigenen Geschichte beschäftigen will sich auch die zweite Kulturhauptstadt 2016: In kaum einer anderen Stadt kam es durch den Zweiten Weltkrieg zu einem derart massiven Umbruch. Das deutsche Breslau endete im Mai 1945. Das polnische Wrocław (Breslau) musste seine Identität noch finden und den Menschen, die aus dem ostpolnischen Lwow – heute Lwiw – in der Westukraine angesiedelt wurden, erst eine Heimat werden. Im kommenden Jahr will man sich u. a. mit groß angelegten Konzert- und Performance-Projekten als Brücke zwischen Ost und West präsentieren.

Österreich ist im Kulturhauptstadt-Reigen übrigens erst 2024 wieder an der Reihe: Die Frage, wer nach Graz 2003 und Linz 2009 den Titel tragen soll, wird bereits diskutiert. Bewerbungen müssen 2018 eingereicht werden. Eine Diskussionsplattform im Internet gibt es unter Kulturhauptstadt2024.at bereits. (APA, dpa, TT)

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