Arbeitslosigkeit in Tirol im Dezember nur leicht gestiegen

Lediglich 0,1 Prozent mehr Menschen waren am Jahresende in Tirol ohne Arbeit. In ganz Österreich stieg die Zahl der Arbeitslosen hingegen um 6,1 Prozent.

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Wien, Innsbruck – Ende Dezember waren in Tirol 23.149 Personen ohne Arbeit. Das entspricht im Jahresvergleich einem Zuwachs von 31 Personen bzw. 0,1 Prozent. Die Zahl der Schulungsteilnehmer stieg in Tirol um 41 Personen auf 2.285. Das ist ein Anstieg um 1,8 Prozent.

Mit Rückgängen der Arbeitslosigkeit im Bereich Herstellung von Waren, Handel und Arbeitskräfteüberlassung, bestätigen die Arbeitsmarktdaten vom Dezember 2015 den positiven Trend der letzten Monate in Tirol, so Anton Kern, Landesgeschäftsführer des AMS Tirol. Auch die für den Wintersport ungünstige Schneelage führte, außer bei den Seilbahnen, zu keiner Verschlechterung der Beschäftigungschancen im Tourismus.

„Die Buchungslage über die Feiertage sei gut, die Entwicklung im Jänner ist aber sehr unsicher. Die Arbeitslosigkeit im Bau ist auf die beginnende Saisonarbeitslosigkeit zurückzuführen,“ kommentiert Anton Kern die Arbeitsmarktdaten des Dezembers 2015.

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In ganz Österreich waren Ende Dezember 475.435 Menschen ohne Arbeit, um 4,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Anzahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist um 6,1 Prozent auf 417.514 gestiegen, 57.921 Menschen waren in Schulungen des AMS ( minus 6,8 Prozent). Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition stieg um 0,4 Prozentpunkte auf 10,6 Prozent.

Dass die Arbeitslosigkeit im Dezember so deutlich zugenommen hat, lag vor allem an Wien, wo der Anstieg mit +12,5 Prozent doppelt so hoch war wie im Bundesdurchschnitt. Vor allem in den westlichen Bundesländern kam der Anstieg der vorgemerkten Personen inklusive der Personen in Schulungen beinahe zum Stillstand. Vorarlberg und Tirol haben jeweils einen Anstieg von 0,3 Prozent, Salzburg von 1,9 Prozent.

Ausländer und Ältere am stärksten betroffen

„Die aktuellen Zahlen zum Jahreswechsel zeigen einen weniger starken Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dennoch kann noch immer nicht von einer grundsätzlichen Trendwende am Arbeitsmarkt gesprochen werden“, erklärte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) am Montag zu den Arbeitsmarktdaten für Dezember. Allerdings steige die Arbeitslosigkeit nicht mehr so stark, während die Beschäftigung gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Prozent „deutlich“ zugenommen habe – im Jahresdurchschnitt waren 3,535 Millionen Arbeitnehmer beschäftigt.

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Nach Eurostat-Berechnungsmethode betrug Österreichs Arbeitslosenquote 5,6 Prozent – das ist der jüngste verfügbare Wert von Oktober. Österreich rangiert damit hinter Deutschland (4,5 Prozent), Tschechien, Malta und Großbritannien, liegt aber noch immer im Spitzenfeld. Auch die Anzahl der offenen Stellen ist in allen Bundesländern gestiegen – österreichweit um ein Drittel auf insgesamt knapp 29.500.

Am stärksten zugenommen hat die Arbeitslosigkeit bei Ausländern (plus 12,6 Prozent), mehr als ein Viertel aller Arbeitslosen gehört dieser Gruppe an. Stark betroffen waren auch Arbeitnehmer ab 50 Jahren (plus 9,9 Prozent) und behinderte Menschen (plus 9,3 Prozent), und Frauen mit plus 7,6 Prozent stärker als Männer (plus 5,2 Prozent). Einen leichten Rückgang (minus 1,1 Prozent) gab es lediglich bei Jugendlichen unter 24.

Immer mehr suchen Lehrstelle, auch mehr Langzeitarbeitslose

Die Anzahl der Lehrstellensuchenden ist um 3,4 Prozent auf knapp 6.600 gestiegen. Der Anstieg entfällt fast zur Gänze auf Wien und die Steiermark. Dem standen insgesamt fast 2.600 offene Lehrstellen gegenüber (minus 0,7 Prozent).

Auffallend ist auch, dass Arbeitslose deutlich länger brauchen, um einen neuen Job zu finden – durchschnittlich 103 Tage, also um 13 Tage länger als vor einem Jahr. Mehr als 52.700 Leute waren länger als ein Jahr auf Jobsuche, um rund 33.500 mehr als vor einem Jahr.

Nach Branchen betrachtet haben die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialwesen (plus 9,0 Prozent), im Tourismus (plus 7,4 Prozent) und im Handel (plus 5,6 Prozent) am meisten gelitten. Am Bau fiel der Anstieg der Arbeitslosigkeit mit plus 1,9 Prozent relativ moderat aus. „Hier dürfte allerdings auch der bis zum Jahresende ausnehmend milde Winter zu dieser Entwicklung beigetragen haben“, sagte Hundstorfer laut Aussendung. (APA, TT.com)


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