Höchste Effizienz auf einem milliardstel Meter

Jedes Handy, jeder Fernseher und jede digitale Uhr verfügt über integrierte Schaltungen – das Arbeitsfeld eines Mikroelektronikers.

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Von Martina Hentschel

Innsbruck –Höhere Effizienz auf immer kleinerem Platz, das sei die größte Herausforderung in seinem Beruf, erzählt Christoph Treu, Entwicklungsingenieur bei MED-EL in Innsbruck. Sein Arbeitgeber entwickelt und produziert als führender Hersteller Hörimplantat-Lösungen, die tauben und schwerhörigen Menschen das Hören ermöglichen.

Treu ist Elektrotechniker mit Spezialisierung auf Mikroelektronik. Seine Aufgabe sei es, Testumgebungen für den in zukünftigen Implantaten integrierten Chip, den ASIC, zu entwickeln. Er überprüfe die Funktionalität, lokalisiere mögliche auftretende Fehler und biete Lösungen an, sodass sichergestellt wird, dass der ASIC einwandfrei funktioniert.

Sein Arbeitsbereich spiele sich dabei im Nanometer-Bereich ab, also einem milliardstel Meter. Die Tests erfolgten mit extra für die ASICs entwickelter Test-Hardware und -Software, womit er im Labor Spannungs- und Stromverläufe auf dem Chip messe.

Christoph Treu kommt aus Deutschland und hat 2008 in Bayern sein Studium begonnen. Im Rahmen einer Projektarbeit lernte er MED-EL kennen und bewarb sich erfolgreich. „Zu Hause tüftle ich am liebsten an technischen Geräten oder baue eigene Möbel“, erzählt der passionierte Heimwerker. Das sei wohl ein ideales Hobby für einen Mikroelektroniker. Gemeinsam mit seiner Verlobten zog er dann im Mai 2014 nach Tirol.

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Das Arbeitsfeld eines Mikroelektronikers sei sehr vielfältig. Sie arbeiten beispielsweise mit so genannten Halbleiter-Produkten wie Silizium, die nur unter bestimmten Voraussetzungen leiten, führt Treu aus. So könnten durch Anlegen einer Spannung auf dem Chip integrierte Bauteile angesteuert werden.

Je nach Interesse könnten Mikroelektroniker in der Entwicklung arbeiten, wo sie Schaltbilder und -pläne erstellen oder in der Produktion die Chips herstellen. Außerdem könnten sie im Hochfrequenz-Bereich arbeiten, also bei Firmen, die sich mit Funkwellen beschäftigen, zählt Treu weitere Arbeitsfelder eines Elektrotechnikers auf.

Nach dem Grundstudium der Elektrotechnik gebe es neben der Mikroelektronik noch weitere Spezialisierungsbereiche wie etwa die Leistungselektronik, die Medizintechnik sowie die Informations- oder Kommunikationstechnik.

„Ich bin stolz darauf, dass ich dazu beitragen kann, mit den von uns entwickelten Produkten tauben Menschen das Hören zu ermöglichen“, erzählt Treu.

TT-Berufsporträt

Voraussetzung: Verständnis für Physik und Mathematik, Interesse an Technik, exaktes Arbeiten im Nanometer-Bereich.

Ausbildung: Grundstudium der Elektrotechnik an einer Uni oder Fachhochschule, anschließend Spezialisierung auf Mikroelektronik.


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