Tirol

Verschiedene Berufe bündeln sich für ein Kind

© Ernst Spreng

Kinder mit Lernproblemen oder Behinderungen brauchen eine Schule, in der viele Berufsgruppen an der Förderung des Kindes arbeiten.

Von Ernst Spreng

Hopfgarten –In einer modernen und aufgeschlossenen Schule kümmern sich nicht nur Lehrer um die Kinder, sondern ein Team aus Menschen mit Spezialaufgaben. In der Sonderschule Hopfgarten ist eine davon Christine Lukas-Wetscher, die als Ergotherapeutin nicht nur in einer Praxisgemeinschaft arbeitet, sondern an der Sonderschule für zwei Vormittage Teil des Teams ist. Seit fünf Jahren ist die Ergotherapeutin auch in der Schule unterwegs und sieht in dieser engen Arbeit viele Vorteile für Kinder und Eltern.

„Für sie ist es einfach sinnvoll, wenn sich therapeutische Angebote und Schule miteinander verbinden lassen. Das bedeutet weniger Stress im Alltag. Die Idee dahinter ist ein ganzheitliches Lernen, das sich an einem Ort fokussiert“, erklärt Christine Lukas-Wetscher, die seit mehr als 20 Jahren Ergotherapeutin ist. „Mein Beruf ist ohnehin spannend und vielfältig, aber hier in der Schule gemeinsam mit Lehrern und anderen Therapeuten zu arbeiten, das hat schon einen besonderen Reiz.“ Ergo- und Physiotherapie, Sprachheilkunde, verschiedene therapeutische Angebote mit Tieren oder Logopädie gehören heute durchaus zum schulischen Alltag, wie auch Direktorin Barbara Kogler bestätigt. „Wir sind sehr stolz darauf, diese Angebote in der Schule anbieten zu können. Der Informationsaustausch ist schneller und direkt und wir vermeiden, dass Kinder und Eltern zwischen Schule und Therapie müde werden“, so Kogler.

Die Sonderschule Hopfgarten betreut 23 Kinder in vier Klassen. Fast genauso viele Kinder werden vom Lehrerteam bereits in der Volksschule und der Neuen Mittelschule integrativ unterrichtet. Der Übergang ist fließend, alle Schulen sind in einem Gebäude. Ziel ist es, jedem Kind höchstmögliche Autonomie zu vermitteln, Selbstständigkeit und Wissen. Notwendig ist dafür etwas mehr als engagierte Lehrer und Lehrerinnen.

Immer mehr an Bedeutung gewinnt vor allem in der Integration die Schulassistenz. Schulassistenten sind von der jeweiligen Gemeinde angestellt. Kinder mit gewissem Förderbedarf erhalten für eine bestimmte Stundenanzahl eine Schulassistenz zugewiesen. Derzeit gibt es in Tirol keine eigene Ausbildung für Schulassistenten. Oft wird hier von anderen sozialen oder medizinischen Berufen in die Schule gewechselt, Fortbildungsmöglichkeiten gibt es. Petra Ebner ist eine der Schulassistentinnen in Hopfgarten. Die gelernte Krankenschwester ist heute eine von vielen helfenden Händen am Schulzentrum in Hopfgarten. „Es ist ein besonderer Beruf. Man arbeitet mit den Lehrern zusammen und freut sich selbst über jeden kleinen Schritt vorwärts, den die Kinder machen“, meint Petra Ebner. Auch wenn derzeit viele Schulassistentinnen als Teilzeitkräfte arbeiten, geht hier die Tendenz stark zu einem Vollzeitjob mit großer Verantwortung. In einigen österreichischen Bundesländern wird bereits eine spezielle Ausbildung angeboten. Eine der ersten Schulassistentinnen in Tirol ist Resi Leithner. Sie hat bereits zu einer Zeit als Pflegehelferin an einer Schule gearbeitet, als es die Schul­assistenz im heutigen Sinn noch nicht gab. „Mit der integrativen Beschulung vieler Kinder ist auch unser Aufgabenfeld gewachsen und vielfältiger geworden. Für mich persönlich ist das Wichtigste das Vertrauen, das uns von den Eltern entgegengebracht wird, bei der Entwicklung ihrer Kinder zu helfen.“