Im Dialog das Beste für den Nachwuchs

In Hopfgarten im Brixental sind Neue Mittelschule, Volksschule und Sonderschule in einem Haus. Die Kooperation der Schulen bietet viele Möglichkeiten der Integration.

© Ernst Spreng

Von Ernst Spreng

Hopfgarten –Es ist ein reges Kommen und Gehen zwischen den drei Schulen in Hopfgarten. Fast selbstverständlich sind viele Kinder mit Förderbedarf in der Volksschule oder der Neuen Mittelschule zu finden, können aber auch für manche Stunden in die Sonderschule wechseln. Und umgekehrt. Alle drei Schulen profitieren dabei von den speziellen Unterrichtsmaterialien der Sonderschule und dem Therapieangebot, das in dem Schulzentrum ebenfalls seine Heimat hat. Für die drei Direktorinnen – Maria Klingler (Neue Mittelschule), Margit Manzl (Volksschule) und Barbara Kogler (Sonderschule) ist Zusammenarbeit inzwischen Selbstverständlichkeit. Sie sehen in der Integration auch neue Berufschancen im schulischen Umfeld. Im Interview erzählen die Direktorinnen von ihren Erfahrung.

Wie funktioniert bei Ihnen Integration von Kindern mit Lernschwierigkeiten oder Behinderungen?

Maria Klingler: Vieles ist aus der direkten Nähe entstanden. Wer in einem Haus ist, hat weniger Barrieren in der Zusammenarbeit. Wir betrachten die Bedürfnisse des Kindes und versuchen, für jedes Kind eine optimale Lösung zu finden.

Barbara Kogler: Es funktioniert, weil die Vertrauensbasis da ist. Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mit Integration zu tun haben, bilden ein Team. Das reicht von den Lehrern über die Assistentinnen bis hin zu den externen Therapie- und Beratungsmöglichkeiten, die wir in der Schule haben. So steht dieses Know-how allen Schulen zur Verfügung.

Margit Manzl: Eine Schule allein hätte wesentlich weniger Möglichkeiten, spezielle Angebote anzubieten, die Kinder mit Lernproblemen heute einfach brauchen. Das fängt beispielsweise schon bei speziellen Fördermaterialien an, die nicht an jeder Schule vorhanden sind. Und das bis hin zu Förderstunden, gemeinsamen Aktionen und einem sehr angenehmen Transfer von Spezialwissen in der Sonderpädagogik.

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Was bedeutet für Sie Inte­gration in der täglichen Arbeit?

Manzl: Hier braucht es wirklich jede Hand, denn jede Schule deckt heute ein breites Spektrum an individuellen Lernproblemen ab. Ein Beispiel ist hier, dass auch pensionierte Kollegen für einige Stunden wieder in der Schule sind. Ein breites Spektrum an Lernproblemen bedeutet, dass man dem ein vielfältiges Angebot entgegenstellt. Das braucht Personal und Zeit.

Klingler: In Zukunft wird das auch bedeuten, dass sich die Schule selbst verändern muss – zum Beispiel in der räumlichen Aufteilung. Integration braucht auch Platz. Derzeit haben wir noch das Glück, dass wir weniger Schüler haben als vor einigen Jahren. So hat die Integration derzeit noch genügend Raum.

Kogler: Schule allgemein und Sonderschule im Besonderen hat sich sehr verändert. Für mich ist es wichtig, dass Schule auch Platz für therapeutische Maßnahmen bietet – wie zum Beispiel Logopädie, Ergotherapie, Sprachheilkunde oder Therapieangebote mit Tieren. So verhindert man bei Eltern und Kindern eine gewisse Therapiemüdigkeit, die sich zwangsweise einstellt. Ich verstehe unsere Sonderschule inzwischen als Kompetenzzentrum für Lern- und Entwicklungsverzögerungen, in dem Wissen um die Besonderheiten des Kindes im Team gemeinsam weitergegeben wird.


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