Epiphania-Feier bringt Griechen und Türken näher

Izmir (APA/dpa) - Erstmals nach 94 Jahren haben am Mittwoch nach einer Genehmigung der türkischen Behörden orthodoxe Christen die Taufe Jesu...

Izmir (APA/dpa) - Erstmals nach 94 Jahren haben am Mittwoch nach einer Genehmigung der türkischen Behörden orthodoxe Christen die Taufe Jesu und die Erscheinung des Heiligen Geistes (Epiphaniasfest) im Hafen der einst fast zur Hälfte von Griechen bewohnten türkischen Metropole Izmir gefeiert. Ein Priester warf ein Kreuz ins Wasser und ließ eine Taube frei.

Mit diesem Ritus wird die Taufe Jesu und der Heilige Geist symbolisiert. Der griechische TV-Nachrichtensender Skai übertrug die Zeremonie live. An der Feier nahmen in Izmir arbeitende Griechen und Gläubige anderer orthodoxer Kirchen, der katholische Bischof der Region, Besucher aus Griechenland sowie zahlreiche türkische schaulustige Einwohner teil, wie das Fernsehen berichtete.

Nach einem türkisch-griechischen Krieg und Gräueltaten beider Seiten mussten im Jahr 1922 fast 1,5 Millionen Griechen Kleinasien verlassen und nach Griechenland umsiedeln. Auch rund 400.000 Türken mussten Griechenland verlassen und in die Türkei gehen. Diese Vertreibung war damals offiziell von den Regierungen der beiden Länder vereinbart worden. Sie benutzten dafür den Begriff Bevölkerungsaustausch.

Trotz zahlreicher Streitigkeiten um Hoheitsrechte in der Ägäis und der Zypernfrage versuchen Griechenland und die Türkei mit solchen vertrauensbildenden Maßnahmen die Lage in der Ägäis zu entschärfen.


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