Erste Liga

Date am Airport führte ersten Esten zu Wacker

Ein schnelles Kraftpaket: der 24-jährige Este Henrik Ojamaa (M.) verstärkt die Offensive des FC Wacker Innsbruck.
© Julia Hammerle

Nach Christoph Kobleder zauberte der FC Wacker Innsbruck mit Henrik Ojamaa (EST/24) zum Trainingsstart die nächste Neuerwerbung aus dem Hut.

Von Alex Gruber

Innsbruck –Im Landessportheim, bei Tests unter den Augen von Kondi-Coach Karl Schwarzenbrunner, und nachmittags am Besele begann der FC Wacker Innsbruck gestern die Vorbereitung aufs Fußball-Frühjahr in der Sky Go Ersten Liga. Und nachdem man hinten bereits vor einigen Tagen Christoph Kobleder als neuen Innenverteidiger präsentiert hatte, legte man gestern in der Offensive mit dem ablösefreien Henrik Ojamaa nach.

Die Vita des 24-jährigen Esten liest sich interessant: Bereits mit 16 Jahren ging er nach England (Derby County) – „wenn man als Este die Chance hat, muss man gehen“. Danach spielte Ojamaa u. a. bei Alemania Aachen (GER) oder dem FC Motherwell (SCO) vor. Dort war er Wackers General Manager Alfred Hörtnagl das erste Mal aufgefallen. Den dicksten Eintrag in seiner noch jungen Karriere verzeichnete der offensiv vielseitig einsetzbare 23-fache Teamspieler – „am liebsten spiele ich als hängende Spitze“ – aber bei Legia Warschau: Nach 33 Einsätzen und zehn Scorerpunkten holte er mit Legia den polnischen Titel und sammelte Einsatzzeiten in Champions-League-Quali und Europa League, ehe es nach England zu Swindon Town ging. „Für einen jungen Spieler habe ich viel Erfahrung. Es war eine leichte Entscheidung für mich zu einem Traditionsklub wie Wacker zu wechseln.“

Am 30. Dezember 2015 haben sich Hörtnagl und Wacker-Coach Klaus Schmidt über vier Stunden lang am Londoner Flughafen Gatwick mit Ojamaa getroffen, um „face to face“ über Pläne und Perspektiven zu sprechen. Und um mit Blickkontakt auszuloten, ob die Chemie stimme. „Wir haben ihn sehr intensiv beobachten lassen, ich habe mindestens zehn Scouting-Berichte von ihm. Wir hoffen, dass er einschlägt, aber Garantie gibt es im Fußball keine“, führt Hörtnagl aus, der im selben Atemzug auch mit Kobleder die Perspektive nährt. Schmidt schlägt dieselben Töne an: „Ich bin überzeugt, dass beide die Qualität des Kaders heben.“

Bei den ersten Sprints in der Halle zeigte der england-gestählte Ojamaa bereits, dass er „fit wie ein Turnschuh“ (O-Ton Schmidt) ist. Am Transfermarkt wurden beim Winterkönig in jedem Fall zwei Zeichen gesetzt. „In der Konkurrenz liegt sehr viel Kraft“, setzt der Wacker-Trainer darauf, dass die verstärkte innere Reibung für einen Leistungsschub sorgt. Mit Danijel Micic kehrt im Kreativzentrum ein Langzeitverletzter zurück, 23 Mann waren beim Auftakt dabei. Mit Pascal Grünwald (krank), Dominik Popp (Bundesheer), Alex Hauser (immer noch Adduktorenprobleme) und Simon Pirkl (nach zweitem Kreuzbandriss noch rekonvaleszent) fehlten vier weitere. Der Kader ist (zu) groß, das Feld könnte sich in den kommenden Wochen durch den einen oder anderen Abgang noch lichten.