Tiroler Immobilien-Markt legt 2016 eine Pause ein
Der Tiroler Remax-Chef rechnet mit einer leichten Entspannung der Immo-Preise. Er fordert mehr geförderte Wohnungen in Innsbruck.
Innsbruck, Wien –Am Tiroler Immo-Markt erwartet die Maklerkette Remax 2016 einen Mini-Rückgang der Preise. So soll das Minus über alle Immobilien hinweg 0,9 Prozent betragen. Darin sind neben Einfamilienhäusern und Wohnungen auch Baugrundstücke und gewerbliche Immobilien enthalten. Vergangenes Jahr wurde die teuerste verbücherte Wohnung in Tirol für rund 349.000 Euro in der Landeshauptstadt verkauft. Klingt zwar nicht nach viel, aber bei einer 40 Quadratmeter großen Wohnung, entspricht das einem Preis von über 8700 Euro pro Quadratmeter. Jedoch handle es sich dabei eher um eine Seltenheit.
„Tiroler Einfamilienhäuser seien bekanntlich teuer und werden es auch weiterhin bleiben“, schätzen die Remax-Experten. Sie erwarten einen moderaten Preisanstieg von einem Prozent. Eigentumswohnungen sollen heuer in Tirol um 2,4 % teurer werden. Ein starker Preisanstieg von 5,7 % wird bei Baugrundstücken prognostiziert und bei Mietwohnungen liege die Preiserwartung bei plus zwei Prozent. „Der Immo-Markt hat sich auf hohem Niveau konsolidiert“, sagt Tirols Remax-Chef Arno Wimmer. „Dennoch können sich aufgrund der hohen Preise immer mehr Menschen Wohneigentum nicht mehr leisten“, so Wimmer. Deshalb gebe es in Innsbruck und Umgebung eine hohe Nachfrage nach geförderten Eigentumswohnungen. Davon gebe es in Innsbruck aber zu wenig, beklagt der Tiroler Remax-Chef. Als Alternative bleibe nur, weiterhin in Miete zu leben. Für 2016 rechnet Wimmer aufgrund der bereits hohen Mietpreise in Innsbruck allerdings mit keinen weiteren Steigerungen. Bei den Mietern sei eine Abwanderung in Richtung Innsbrucker Umland festzustellen, da dort die Mietpreise etwas günstiger seien.
Die Rekordzahl an Immobilienkäufen 2015 österreichweit von rund 110.000 (+14.000) führt Remax-Österreich-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer zu „rund einem Zehntel“ auf Vorzieheffekte aufgrund der Steuerreform zurück, die ja auch eine Erhöhung der Immobilienertragssteuer mit sich gebracht hat. Hier hätten viele Verkäufer bei ihren Übergaben offenbar noch den alten Steuertarif nutzen wollen, meinte Anton Nenning, Managing-Director von Remax Österreich. (sas)
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