Test

Mein Partner mit der großen Klappe

Die Modifikationen am Blechkleid des Peugeot Partner Tepee sorgen für einen dynamischen Auftritt. Die klobige Optik des Vorgängers hat der Partner Tepee jedenfalls abgelegt.
© Letzner

Sieben Jahre nach seiner Einführung hat Peugeot dem Partner Tepee ein ordentliches Facelift verpasst. Trotz modernerer Optik und neuem Antrieb hat er seine alten Qualitäten nicht abgelegt.

Von Lukas Letzner

Seefeld – Kastenwagen haben einen ganz besonderen Reiz und ihre Fangemeinde beurteilt sie nicht nach Kategorien wie Sportlichkeit oder Eleganz. Die Käufer solcher Multifunktionsfahrzeuge sind praktisch veranlagt und achten eher auf Kriterien wie Variabilität und Raumangebot. Das ist bei Peugeots Partner, der sieben Jahre nach seiner Einführung kräftig renoviert wurde, natürlich nicht anders. Mit seinen nicht ganz 4,4 Metern Länge und einer ordentlichen Höhe von 186 Zentimetern schluckt er wahlweise bis zu 3000 Liter Gepäck oder ist mit bis zu sieben Sitzen (dann schrumpft der Kofferraum allerdings auf 100 Liter) erhältlich. Somit lässt er in beiden Punkten keine Wünsche offen und ist auf den ersten Blick der ideale Begleiter für Outdoor-Begeisterte und Großfamilien. Grund genug also, dass wir dem neu aufgelegten Partner Tepee etwas genauer unter die Haube – oder besser hinter die Heckklappe – schauen mussten.

Wer den überarbeiteten Partner Tepee das erste Mal zu Gesicht bekommt, bemerkt sofort die neu gezeichnete Front. Sie wurde dank des Kühlergrills und den Scheinwerfern äußerst erfolgreich an die aktuelle Markensprache angepasst. Zudem macht unsere Outdoor-Version mit einem angedeuteten Unterfahrschutz und in die Stoßfänger integrierten LED-Tagfahrleuchten auf sich aufmerksam.

Im Innenraum werden die Fahrgäste von äußerst angenehmen Polstern und neuen Oberflächenmaterialien in Empfang genommen. Die Sitze sind nicht mehr so weich wie früher und so werden auch längere Reisen zum Vergnügen. Zudem verfügt unser Outdoor-Tepee in der zweiten Sitzreihe über drei Einzelsitze, die wahlweise herausgenommen oder mit je einem Kindersitz ausgestattet werden können. Das ist selbst in dieser Fahrzeugkategorie keine Selbstverständlichkeit. Überzeugen kann das neue Multimediasystem samt 7-Zoll-Touchscreen, welches den Partner erfolgreich mit ihrem Smartphone verkoppelt.

Für den entsprechenden Vortrieb unseres Raumwunders sorgte der neue 1,6 Liter große Selbstzünder. Mit seinen 120 PS entpuppte sich der auf Euro-6-Norm getrimmte Diesel als angenehmer Begleiter. Mit seinem maximalen Drehmoment von 300 Nm sorgt er für entsprechenden Durchzug und gibt sich in Sachen Laufkultur keine Blöße. Das ist man von den französischen Aggregaten aber auch nicht anders gewöhnt. Dennoch waren wir erstaunt, wie leise der Diesel zur Sache geht. Annehmbar fanden wir den Verbrauch. Während der 14 Testtage gönnte sich der Partner im Schnitt 7,2 Liter.

Der Antrieb passt perfekt zu der gut abgestimmten Sechs-Gang-Handschaltung und vermittelt in Kombination mit dem straff ausgelegten Fahrwerk den Eindruck, dass man in einem wesentlich kleineren Löwen sitzen würde. Auch wenn man nie den Drang nach Kurvenjagd verspürt, nach Nutzfahrzeug fühlt sich der Partner Tepee keineswegs an.

Wie sehr der Partner Nutzfahrzeug ist, wird beim Öffnen der mächtigen Heckklappe ersichtlich. Wer das tut, sollte ein wenig Platz nach hinten einkalkulieren, denn der „Normalabstand“ ist oft nicht ausreichend. Wer dieses Hindernis überwunden hat, kann trotz aufrechter zweiter Sitzreihe auf 1350 Liter Stauraum zurückgreifen. Ski- oder Rodel-Ausflüge sind also auch mit drei Kleinkindern problemlos möglich.

Wer den Partner Tepee vor seiner Haustüre stehen haben will, muss mindestens 18.450 Euro auf dem Konto haben. Die von uns gefahrene Outdoor-Version schlägt dann mit mindestens 22.300 Euro zu Buche.