Iran: Kein Interesse an Eskalation des Streits mit Saudi-Arabien
Der iranische Außenminister Javad Zarif schrieb an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, dass die Führung in Riad vor der Entscheidung stehe, ob sie Stabilität in der Region wolle oder weiterhin Feindseligkeit.
Teheran - Der Iran hat nach den Worten von Außenminister Mohammad Javad Zarif kein Interesse an einer Eskalation der Spannungen mit Saudi-Arabien. Die saudische Führung stehe vor der Entscheidung, ob sie gute Beziehungen mit den Nachbarn und Stabilität in der Region wolle oder weiterhin Feindseligkeit, schrieb Zarif nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA vom Samstag an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon.
Teheran gestattete nur kleine Proteste
Um weitere Spannungen zu verhindern, sagte die iranische Regierung am Freitag eine geplante landesweite Massendemonstration gegen Saudi-Arabien ab und gestattete nur kleine Proteste nach den Freitagsgebeten. Der iranische Präsident Hassan Rouhani befürchtet nach Einschätzung von Kommentatoren einen Kalten Krieg zwischen der sunnitischen Welt und dem schiitischen Iran.
Der Iran und Saudi-Arabien sind rivalisierende Regionalmächte. Im Iran machen Muslime schiitischer Glaubensrichtung die Mehrheit aus, in Saudi-Arabien gibt es dagegen eine Mehrheit von Sunniten.
Saudi-Arabien hat seine diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen, nachdem eine aufgebrachte Menge die saudische Botschaft in Teheran gestürmt hatte. Das sunnitische Königshaus von Bahrain sowie Länder mit einer sunnitischen Mehrheit wie Somalia und der Sudan folgten. Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate zogen zwar ihre Botschafter ab, kappten aber nicht die diplomatischen Beziehungen.
Unmittelbarer Auslöser für die Proteste im Iran war die Hinrichtung des prominenten schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr in Saudi-Arabien. (APA/dpa)
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