Campagne: Deal kostet Innsbruck 35,7 Millionen Euro

Bis zu 1000 Wohnungen sollen am Campagnereiterareal in Innsbruck entstehen. Die Freimachungskosten liegen morgen dem Stadtsenat vor.

Das IKB-Gebäude (l.) bleibt vorerst bestehen, dahinter wird es auf dem weitläufigen Campagnereiter-Areal wohnbautechnisch Granada spielen: 800 bis 1.000 Wohnungen sollen hier entstehen.
© Thomas Boehm / TT

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Es wird viel Geld fließen müssen, um das Campagnereiterareal in der Innsbrucker Reichenau für die angestrebte Wohnverbauung freizubekommen. Wie im Dezember berichtet, konnte sich die Stadt mit allen zentralen Nutzern dieses Areals unlängst auf einen gemeinsamen Nenner einigen. Ein Durchbruch, der ab 2018 die schrittweise Verbauung des über acht Hektar großen Areals (Radetzkystraße, Langer Weg, Reichenauer Straße) mit 800 bis 1000 Wohnungen ermöglichen soll. Zuvor muss das Areal aber neu gruppiert werden, müssen Vereine ab- und andere umsiedeln und Sportstätten neu gebaut werden. Denn ohne diese Zugeständnisse an die Sportvereine hätte die Stadt aufgrund des „Sportstätten-Schutzgesetzes“ nie die Chance gehabt, sie zu dieser Rochade zu bewegen.

Rechnet man die Kosten für die Absiedlung des Reitsportvereins der Campagnereiter nach Igls (4,4 Mio. €), die 2005 sozusagen als Auftakt über die Bühne gegangen war, hinzu, so wird die Freimachung des Reichenauer Areals in Summe geschätzte 35,7 Millionen Euro kosten. Diese teilen sich in 7,5 Mio. € an Grundkosten und in zu erwartende 28,2 Mio. € Baukosten.

Damit die Sportunion Tirol/Turnerschaft Innsbruck zum Paschbergweg übersiedelt, muss dort für 6,1 Mio. € eine neue (Tennis-)Sportanlage errichtet werden. Der Baustart soll noch heuer, die Fertigstellung 2017 erfolgen. Die Grundkosten schlugen hier mit 4,8 Mio. € zu Buche.

Der Fußballverein IAC bekommt anstatt der alten Anlage in der Radetzkystraße eine neue Spielstätte (Kunstrasen, Flutlicht) für rund 4,5 Mio. € am Langen Weg.

Die Tennisvereine IEV und ITC – sie fusionieren – bekommen statt der sanierungsbedürftigen zwei, künftig vier neue Tennishallen, zusätzliche Freiluftplätze und ein Clubhaus. Kostenpunkt: 9 Mio. €. Die finale Zustimmung hängt vom Ausgang des Planungsverfahrens ab.

Das ASKÖ-Volkshaus in der Radetzkystraße wird an der Reichenauer Straße neu errichtet werden. Hierfür schießt die Stadt 5,2 Mio. € zu, die Abbruchkosten (0,25 Mio. €) werden übernommen.

Die Schrebergärten am Langen Weg konnte die Stadt für rund 875.000 Euro erwerben. Und das Stift Wilten erhielt für ein Grundstück in der Reichenauer Straße eines in der Exlgasse zum Tausch.

Je nachdem, wie viele geförderte Wohnungen am Campagnereiterareal errichtet werden, sollen die Realisierungskosten zwischen 134 und 155 Mio. Euro liegen.

Der erweiterte Stadtsenat morgen und letztlich auch der von BM Christine Oppitz-Plörer für 27. Jänner einberufene Sondergemeinderat müssen den Freimachungskosten zustimmen. Dann können ein kooperatives Planungsverfahren und in Folge ein Architekturwettbewerb starten.


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