Jetzt beginnt der Ernst des Spiels

Das Computerspiel, in dem ein Kind an Krebs stirbt, rührt derzeit Spieler rund um die Welt zu Tränen. Ein anderes Spiel, das der Frage auf den Grund geht, warum Menschen aus Afrika flüchten, wurde von einem gebürtigen Tiroler mitentwickelt. Er und ein Computerspiel- Philosoph sprechen über die neue Art von Games, die nicht Spaß machen sollen.

Das berührende Spiel „That Dragon, Cancer“ handelt von einer Familie, deren Kind an Krebs erkrankt ist.
© Numinous Games

Kurz bevor die Sonne zwischen den Bäumen im Park verschwindet, möchte das Kind auf dem Schaukelpferd noch angeschubst werden – es ist dein Kind, das spürt der Spieler in den ersten Szenen dieses besonderen Computerspiels. Das Kind und das Schaukelpferd werfen einen Schatten, der sich aber nicht verändert, ganz so als würde die Zeit stillstehen – man kann selbst durch einen Klick mit der Maus entscheiden, wie viel Zeit am Spielplatz man mit seinem Kind verbringt. Am Ende des zweistündigen Spiels stirbt das Kind an Krebs – und man bereut, dass man es nicht noch viel länger angeschubst hat. In Rezensionen von Computerspielen wird der Spielspaß gerne mit einem bis fünf Joysticks bewertet. Dieses Spiel macht keinen Spaß. „That Dragon, Cancer“ erzählt bzw. man erlebt selbst die wahre Geschichte von Joel Evan Green, der 2014 im Alter von fünf Jahren starb. Seine Eltern Amy und Ryan Green haben das autobiographische Spiel, mit dem sie den vergeblichen Kampf gegen den „Drachen Krebs“ verarbeiten und mit anderen Betroffenen teilen wollen, nach einer Crowdfunding-Kampagne vor zwei Wochen veröffentlicht. Das Spiel macht keinen Spaß, es ist ein Erlebnis mit fünf von fünf Herzen auf der Emotions-Skala.

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