Außerfern

EW-Reutte senken die Strompreise

(Symbolfoto)
© Volkmar Schulz / Keystone

Die EWR investieren 600.000 Euro in Energieeffizienz-Maßnahmen und verstärken die Kooperation mit den Gemeinden.

Von Simone Tschol

Reutte –Die gute Neuigkeit vorneweg: Die Elektrizitätswerke Reutte senken ihre Energie­preise für Privathaushalte um zirka 7,3 %. Das entspricht – alle Zahlen wurden auf einen Durchschnittshaushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3500 kWh berechne­t – 16 Euro pro Jahr.

Die schlechte Nachricht hinterher: Die Kostensteigerung bei den staatlichen Abgaben und Netzentgelten kann dadurch nicht kompensiert werden. Der Gesamtpreis für den Endverbraucher steigt daher um genau 1,625 Euro pro Monat oder 19,50 Euro pro Jahr. Dies entspricht einer Steigerung von 3 %. „Die Kostensteigerungen sind zu 52 % Netzentgelte auf vorgelagerten Hoch- und Höchstspannungsebene und zu 48 % höher­e staatliche Abgaben. Auf beide haben wir keinen Einfluss“, erklärt Wolfgang Weirather, Abteilungsleiter Stromvertrieb der EWR AG.

Die Gaspreise der Erdgasversorgung Außerfern fallen um 8,8 % oder 43,50 Euro pro Jahr. Abzüglich der erhöhten Netzentgelte bleibt eine Ersparnis von 18 Euro pro Jahr.

Eine große Herausforderung für die EWR ist die Umsetzung des Energieeffizienzgesetzes (EEffG). Dieses verpflichtet den Energieversorger, jährlich 0,6 % der Energielieferungen an private und gewerbliche Kunden einzusparen. Vorstand Christoph Hilz: „Das ist relativ schwierig, da 40 Prozent der Einsparungen in privaten Haushalten erfolgen müssen.“ Zur Erfüllung der staatlichen Vorgaben haben die E-Werke ein Anreizsystem für ihre Kunden geschaffen, um möglichst viel­e Maßnahmen zu generieren. So wird aktuell der Kauf von sparsamen Haushaltsgeräten und LED-Leuchtmitteln, die Installation einer Wärmepumpenanlage zur Wärmeenergiegewinnung, eine Vergünstigung auf Erdgasbrennwertkessel sowie die Energieberatung gefördert. Um die Jugend möglichst früh für die Energiewende zu sensibilisieren, gibt’s das Projekt „Schulinitiative“. Darüber hinaus bieten die EWR interessierten Klassen kostenlose Führungen in der Leitzentral­e und den Kraftwerken an.

Ebenfalls auf der Agenda stehen Investitionen in den Bau von Photovoltaik-Anlagen – in enger Kooperation mit den Gemeinden im Bezirk. Hilz: „Photovoltaik ist eine sehr teure Energie und steht bei uns rund 1100 Stunden im Jahr zur Verfügung. Das Jahr hat aber 8760 Stunden. Das allein verdeutlicht: Photo­voltaik kann nur eine Ergänzung sein.“

Die EWR wollen aber auf kommunalen Einrichtungen wie Schul-, Feuerwehr- oder Gemeindehäusern PV-An­lagen bauen und den Strom ins allgemeine Netz einspeise­n. „Wir könnten uns vorstellen, Dächer zu pachten oder den Gemeinden Beteiligungen anzubieten. Wir fördern aber nicht einzelne Investoren, sondern machen das gemeinsa­m mit den Kommunen“, konkretisiert Hilz. Zusätzlich soll die Lade-Infrastruktur für Elektroautos (sowie deren Kauf) und E-Bikes ausgebaut werden. Allen Gemeinden sowie Hotels und Gast­häusern werde angeboten, eine E-Tankstelle sowie eine E-Bike-Ladestation aufzustellen. Insgesamt investiert die EWR 600.000 € in Energieeffizienz-Maßnahmen.

Für Sie im Bezirk Reutte unterwegs:

Helmut Mittermayr

Helmut Mittermayr

+4350403 3043

Simone Tschol

Simone Tschol

+4350403 3042