Breitband-Konkurrenz belebt Internetversorgung in Osttirol

Mit dem Start der Gemeinde-Offensive begann auch Platzhirsch A1 mit Verbesserungen. Den Auftrag für das Talbodennetz erhalten aber andere.

Viele Anbieter arbeiteten mit Algorithmen, die auf Basis gesammelter Informationen auf bestimmte Nutzer zugeschnittene Angebote machen könnten.
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Von Catharina Oblasser

Lienz –Seit Wochen herrscht im Lienzer Talboden rege Bautätigkeit an allen Ecken und Enden: Plakate an den Baustellen verkünden, dass A1 Telekom hier an einer Verbesserung ihres Internet-Angebotes arbeitet.

Ob Zufall oder nicht: Die Bemühungen der Telekom überschneiden sich zeitlich mit dem Voranschreiten der geförderten Breitband-Initiative im Lienzer Talboden. Dieses ehrgeizige Projekt sieht vor, die 15 Gemeinden des Planungsverbandes mit ultraschnellem Glasfaser-Internet zu versorgen. Die Gemeinden stellen dabei die Infrastruktur in Form von Leitungen und Verrohrungen zur Verfügung, der eigentliche Betrieb des Netzes wurde ausgeschrieben. Zwei Verträge stehen bereits kurz vor dem Abschluss, berichtet die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik: „Einerseits mit der Tirolnet GmbH, andererseits mit der UPC Business Austria GmbH.“ Beide Verträge finden sich auf der Tagesordnung der Lienzer Gemeinderatssitzung am 11. Februar. „Mit einer dritten Firma stehen wir noch in Verhandlungen“, erklärt die Bürgermeisterin.

Für Blanik ist offensichtlich, dass die jüngsten Aktivitäten der A1 Telekom kein Zufall sind. „A1 hat stark dafür interveniert, dass sich Lienz ihrer Gesellschaft anschließt. Doch wir haben gesagt, wir machen unser eigenes Talbodennetz. Und die Ausschreibung hat dann gezeigt, dass das Angebot von A1 weitaus schlechter ausfiel als das der Konkurrenten.“ Nun mutmaßt die Bürgermeisterin, dass der österreichische Platzhirsch mit den aktuellen Verbesserungen eine Kunden-Abwanderung in Richtung Talbodennetz verhindern will.

Die TT fragte bei A1 nach, welchen Zweck der Ausbau der Anlagen im Talboden habe und ob es einen Zusammenhang mit der laufenden Breitband-Offensive gebe. Das sei nicht der Fall, sagt Pressesprecherin Livia Dandrea-Böhm: „Die Bautätigkeiten in Osttirol sind Netzerweiterungen, so wie sie A1 in ganz Österreich schrittweise durchführt. A1 baut auf dem bestehenden Leitungsnetz auf und erweitert den Anteil mit Glasfaserleitungen. Auch in Osttirol werden laufend neue Schaltstellen errichtet, die direkt ans A1-Glasfasernetz angebunden werden. Diese Methode hat den Vorteil, dass die Haushalte in der derzeitigen Ausbaustufe baulich nicht betroffen sind, da die Kupferleitungen von den neuen Schaltstellen bis in die Haushalte unverändert bestehen bleiben.“ Mit den neuen Schaltstellen werde aber der Anteil der Kupferleitungsstrecke deutlich verkürzt. Damit seien Übertragungsraten bis zu 100 Mbit/s möglich, so die Pressesprecherin.

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