Reutte Vorbild für Megabrücke in Deutschland

Der Stanzacher Martin Kathrein ist Projektentwickler für eine Riesenhängebrücke im deutschen Rottweil. 2017 soll dort eine 950 Meter lange Hängebrücke eröffnet werden.

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Von Helmut Mittermayr

Rottweil, Reutte –An der Highline konnte er noch „üben“, jetzt ist der Stanzacher Martin Kathrein alleinverantwortlich für ein Brückenprojekt, das Rekorde brechen wird. In Rottweil in Baden-Württemberg, auf halbem Weg zwischen Stuttgart und dem Bodensee gelegen, hat eine überspannende Idee das konkrete Planungsstadium erreicht. Zwischen 800 und 950 Meter lang wird eine Fußgängerhängebrücke Marke Außerfern werden.

Beim Bau der Highline 179 war Kathrein als Außerfern-Chef der bauausführenden Strabag engstens in die Umsetzung involviert. Er hatte damals die Investoren aufgetrieben und galt als Motor für die rasche Verwirklichung. Die Brücke selbst kam von der Schweizer Firma Swissrope.

Inzwischen ist der Außerferner nicht mehr bei der Strabag und hat sich mit 1.1.2016 selbstständig gemacht. Seine Firma heißt KTS-Innovations GmbH. „Eine Spezialistin für Hängebrücken aus Österreich“, wie der deutsche Südkurier schon kurz nach der Firmengründung berichtet.

Die Medien attestieren der schwäbischen Kleinstadt Rottweil längst Superlative. „Rottweil dreht weiter am ganz großen Rad. Nach dem Aufzugtestturm von Thyssen-Krupp (246 Meter) mit der höchsten Aussichtsplattform Deutschlands (232 Meter) peilt Oberbürgermeister Ralf Broß jetzt den nächsten Rekord an: die mit 950 Metern längste Hängebrücke der Welt“, schreibt die Badische Zeitung. Die Brücke soll von der Innenstadt in bis zu 40 Metern Höhe über das Neckartal direkt zum Magnet-Schwebe-Testturm von Thyssen-Krupp im Industriegebiet Berner Feld führen. Kosten: rund sechs Millionen Euro. Getragen werden sie vom schwäbischen Unternehmer Günter Eberhardt und seiner gleichnamigen Bewehrungsbau GmbH. Der Züblin-Konzern, eine Strabag-Tochter, wird die Brücke in Rottweil umsetzen.

Was die Reuttener Guinnessbuch-Rekordhalter – „Längste Fußgängerhängebrücke der Welt im Tibet Style“ – auch weiter beruhigt zu Bett gehen lassen wird: Das Vorhaben in Rottweil benötigt aus Sicherheitsgründen zumindest zwei Stützen. Keines der freihängenden Einzelfelder wird das Highline-Gardemaß von 406 Metern überschreiten. „Die Pfeiler werden sicher auch als mögliche Fluchtwege vorgeschrieben“, weiß Kathrein.

„Das Projekt schlägt im wahrsten Sinne des Wortes die Brücke zur Stadt“, sagte Oberbürgermeister Ralf Broß im Rahmen einer Pressekonferenz. Die Brücke zwischen dem Standort des Testturms im Industrie- und Gewerbegebiet Berner Feld und der Rottweiler Innenstadt soll künftig Menschen zu einem Spaziergang „zwischen Zukunft und Historie“ einladen.

Martin Kathrein schätzt die Chancen auf eine Verwirklichung der Hängebrücke mit schon 80 Prozent ein. Die detaillierte Projektierung ist jedenfalls bereits fix. Der Stanzacher Jungunternehmer ist neuerdings nicht nur im Brückenbau aktiv. Seine Firma beschäftigt sich auch mit Großraumvisualisierungen ab 20 Hektar aufwärts. Ein erster Großauftrag aus Deutschland ist eingegangen.


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