EU-Gerichtshof: Russland muss Schadensersatz an Tschetschenen zahlen

Straßburg (APA/dpa) - Russland muss den Angehörigen verschleppter und getöteter Tschetschenen knapp 330.000 Euro Schadensersatz zahlen. Zu d...

Straßburg (APA/dpa) - Russland muss den Angehörigen verschleppter und getöteter Tschetschenen knapp 330.000 Euro Schadensersatz zahlen. Zu diesem Urteil kam der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) am Dienstag in Straßburg.

Nach Darstellung der neun Angehörigen der Opfer hatten russische Militärs die Männer zwischen 2000 und 2003 in Tschetschenien festgenommen und verschleppt. Später wurden drei Leichen gefunden, von den übrigen Männern fehlt seitdem jede Spur.

Die russische Justiz habe Ermittlungen eingeleitet, um das Verschwinden der Männer aufzuklären, die jedoch auch nach Jahren ergebnislos geblieben seien, befand der EGMR.

Die russische Regierung hatte in Straßburg argumentiert, dass es keine klaren Beweise dafür gebe, dass russische Soldaten an den Entführungen und Todesfällen beteiligt gewesen seien. Russland habe die Fälle nicht gründlich genug untersucht und habe wegen des Leids der Familien gegen das Verbot menschenunwürdiger Behandlung verstoßen, befanden die Richter in Straßburg. Gegen das Urteil kann Berufung beantragt werden, die der EGMR aber auch ablehnen kann.

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