Politischer Aschermittwoch in Deutschland großteils abgesagt

München (Bayern)/Berlin/Bad Aibling (APA/AFP/dpa) - Aus Respekt vor den Opfern des Zugsunglücks in Bayern verzichten die Parteien in Deutsch...

München (Bayern)/Berlin/Bad Aibling (APA/AFP/dpa) - Aus Respekt vor den Opfern des Zugsunglücks in Bayern verzichten die Parteien in Deutschland großteils auf ihren traditionellen Schlagabtausch beim Politischen Aschermittwoch. Die CSU sagte erstmals ihre Großkundgebung in Passau ab. Ein Termin mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der CDU in Mecklenburg-Vorpommern findet ebenfalls nicht statt.

Deutschlands Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) kommt aber zu einem Auftritt in die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt Mainz. Bei dem Zugsunglück bei Bad Aibling in Oberbayern waren am Dienstag mindestens zehn Menschen ums Leben gekommen und 80 verletzt worden. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer begründete die Absage des Politischen Aschermittwochs in Passau mit dem Respekt vor den Opfern und dem „hohen Maßstab an christlicher Verantwortung“. Daran wolle sich die CSU halten. „Die CSU hat es sich nicht leicht gemacht“, sagte er. Parteichef Horst Seehofer habe sich aber letztlich zum Verzicht auf die Großkundgebung entschieden.

Ähnlich äußerte sich die bayerische SPD. Der Politische Aschermittwoch lebe „von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien“, erklärte der SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold. „Dafür ist heute und morgen kein Raum.“ Die zentrale SPD-Veranstaltung zum Aschermittwoch hätte wie üblich in Vilshofen stattfinden sollen, als Hauptredner war Parteivize Olaf Scholz vorgesehen.

Der für Mittwoch geplante 21. Politische Aschermittwoch der CDU Mecklenburg-Vorpommern werde nicht stattfinden, teilte die Partei mit. Die Absage erfolge „aus Respekt vor den Opfern und zahlreichen Verletzten des schweren Zugunglücks“. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit der Kanzlerin getroffen worden.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Die Grünen teilten mit, die meisten ihrer Veranstaltungen sollten stattfinden, nicht jedoch ein zuvor angekündigter Termin mit dem Bundesvorsitzenden Cem Özdemir im bayerischen Sulzberg. An Terminen mit dem Grünen-Fraktionsvorsitzenden Anton Hofreiter in Köln und der Grünen-Chefin Simone Peter in Mainz werde festgehalten.

Die bayerischen Grünen verzichten auf ihren Politischen Aschermittwoch in Landshut, wo Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth hätte sprechen sollen.

Die Linkspartei sagte ihre Veranstaltung in Passau ab; auf der dortigen Kundgebung hätten eigentlich Parteichef Bernd Riexinger und Fraktionschef Dietmar Bartsch sprechen sollen.


Kommentieren