Matthias und Andreas sind wahre Energiespar-Helden

Für die Energieautonomie zählt das Engagement jedes Einzelnen. Dank Initiative von zwei Mitarbeitern des Klärwerks Westendorf konnte dort der Energieverbrauch minimiert werden.

Wstendorf –Tirol hat, wie berichtet, zum Ziel, bis 2050 den gesamten Strombedarf aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Für die Gemeinden sind Abwasserreinigungsanlagen oft der höchste Posten in der Energiebuchhaltung und für einen Großteil des Energieverbrauches aller kommunalen Einrichtungen verantwortlich. Kläranlagen können sowohl einen wesentlichen Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauches leisten als auch die Nutzung erneuerbarer Energien erhöhen. So geschehen im Klärwerk Westendorf – Brixen im Thale.

Die zwei engagierten Mitarbeiter Matthias Manzl und Andreas Groder arbeiten schon lange genug im Klärwerk, um zu wissen, wie energieintensiv die Verfahrensschritte ihrer täglichen Arbeit sind. So haben sie den Entschluss gefasst, daran etwas zu ändern. Mit viel Eigeninitiative haben die beiden Klärwärter nach Möglichkeiten gesucht, den Energieaufwand an ihrem Arbeitsplatz zu reduzieren.

In einer Kläranlage erfordert die Belüftung der Klärbecken in der Regel den mit Abstand größten Energieaufwand von allen Verfahrensschritten. „Auch bei uns haben die Wasserbelüfter im Belebungsbecken viel Energie verbraucht und waren zudem häufig defekt oder mussten intensiv gewartet werden“, so Betriebsleiter Manzl. Er und Groder haben angefangen zu recherchieren und sich bei Kollegen aus anderen Anlagen zu erkundigen: „Der Austausch mit den Betreibern anderer Kläranlagen war sehr wichtig für uns. Aus deren Wissen und Erfahrungen und dank der Vorarbeit des früheren Betriebsleiters Anton Bachler konnten wir viel lernen und den für uns richtigen Weg finden.“

Der erste Schritt war also, den Energieverbrauch zu minimieren. Dazu wurden die bisherigen Belüfter durch effizientere Modelle ausgetauscht. Aber auch andere Maßnahmen wurden umgesetzt, wie zum Beispiel die Umstellung der Hebeanlagen auf drehzahlgeregelte Pumpen, die Optimierung der Drucklufterzeugung und die Prüfung aller Verfahrensschritte auf ihre Effizienz. In Summe konnte der Stromverbrauch fast halbiert werden.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Zum Vergleich: Mit dem eingesparten elektrischen Strom könnten fast 150 Tiroler Haushalte versorgt werden.

Als man den Energieverbrauch reduziert hatte, wollte man einen Schritt weiter gehen und die verbrauchte Energie auch selbst erzeugen. Dazu stand man in Westendorf vor verschiedenen Möglichkeiten. Unter Abwägung der Anschaffungs- und Wartungskosten entschied man sich für den Kauf einer Mikrogasturbine.

Aus Faulgas kann diese Strom erzeugen, der direkt in der Kläranlage wieder verbraucht wird. Mehr oder weniger als Nebenprodukt fällt Abwärme an. Diese Abwärme wird ebenfalls verwertet und trägt dazu bei, dass 60.000 Liter Heizöl eingespart werden konnten. Um das technische Konzept zu vervollständigen, wurde noch eine Photovoltaikanlage montiert, die pro Jahr ca. 50.000 kWh elektrische Energie liefert. Ziel ist, in den nächsten Jahren das Klärwerk de facto stromautonom zu machen. Das alles dank der Bemühungen und Eigeninitiative zweier sehr motivierter Mitarbeiter.

Dies zeigt, wie wichtig das Engagement eines jeden Tirolers, sei es im beruflichen als auch im privaten Bereich, für die Erreichung des Ziels TIROL 2050 energieautonom ist. (TT)


Kommentieren


Schlagworte