Drogenkrieg und Migration - Franziskus will in Mexiko Zeichen setzen

Mexiko-Stadt/Vatikanstadt (APA/dpa) - Mit Franziskus reist ein Papst bereits zum siebten Mal nach Mexiko - im Land mit der zweitgrößten kath...

Mexiko-Stadt/Vatikanstadt (APA/dpa) - Mit Franziskus reist ein Papst bereits zum siebten Mal nach Mexiko - im Land mit der zweitgrößten katholischen Bevölkerung der Welt stehen für den Argentinier brisante Themen auf der Agenda. Vier Gründe, die diesen Besuch so interessant machen.

GEWALT UND DROGENKRIEG: In Mexiko tobt seit Jahren ein blutiger Krieg zwischen dem Staat und mehreren Drogenkartellen, die sich oft auch gegenseitig mit grausamer Härte bekämpfen - nach Schätzungen sind etwa 100.000 Menschen in den vergangenen zehn Jahren dem Konflikt zum Opfer gefallen. Franziskus will im Land ein Zeichen gegen Gewalt setzen. Stationen seiner Reise sind Morelia in der Unruheprovinz Michoacan und Ciudad Juarez im Norden an der Grenze zu den USA. In Juarez, die jahrelang als Stadt mit der höchsten Mordrate der Welt galt, besucht der Papst ein Gefängnis.

MIGRATION: Zehntausende Migranten aus Lateinamerika durchqueren jedes Jahr Mexiko auf dem Weg in die USA, oft werden sie Opfer von Entführungen und Erpressungen durch Verbrecherbanden. In Ciudad Juarez leitet Franziskus einen Gottesdienst unter freiem Himmel, der symbolträchtig auch von Gläubigen aus dem nur wenige Meter entfernten El Paso (US-Staat Texas) auf der anderen Seite der Grenze verfolgt werden soll. Die Messe wird auch in das Stadion von El Paso live übertragen.

BESUCH BEI DEN BENACHTEILIGTEN INDIOS: Symbolträchtig wird auch Franziskus‘ Reise in eine weitere Peripherie - nach Chiapas im Südosten des Landes. 1994 griff hier die linke Guerillabewegung EZLN medienwirksam zu den Waffen, um gegen die Unterdrückung der Ureinwohner Mexikos zu protestieren. Der Teilstaat, in dem die Indios ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, gilt immer noch als einer der ärmsten des Landes. Bei dem Papst-Besuch wird die Messe in San Cristobal de las Casas teilweise in Indio-Sprachen verlesen. Franziskus trifft sich anschließend mit indigenen Familien.

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GELEBTER GLAUBE: Mexiko ist ein frommes Land. Die Basilika der Jungfrau von Guadalupe gilt als die meistbesuchte der Welt nach dem Petersdom, Millionen Menschen pilgern jedes Jahr zum Wallfahrtsort in Mexiko-Stadt, um der Schutzpatronin Amerikas zu huldigen. In der Kirche wird Franziskus seine erste öffentliche Messe in Mexiko feiern - „ein Höhepunkt der Reise“, in Worten des Vatikan-Sprechers Federico Lombardi. Im Land mit der zweitgrößten katholischen Bevölkerung der Welt werden bei den Messen unter anderem auch in Ecatepec bei Mexiko-Stadt, in Chiapas und in Ciudad Juarez Hunderttausende Gläubige erwartet.


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