Rumänien: Erstmals muss kommunistischer Folterer ins Gefängnis

Bukarest (APA/dpa) - Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Wende ist in Rumänien erstmals ein früherer Verantwortlicher wegen Folter von ...

Bukarest (APA/dpa) - Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Wende ist in Rumänien erstmals ein früherer Verantwortlicher wegen Folter von Gefangenen rechtskräftig verurteilt worden. Das oberste Gericht verhängte am Mittwoch 20 Jahre Haft für den 90-jährigen Alexandru Visinescu. Als Leiter der Haftanstalt Ramnicu Sarat von 1956 bis 1968 sei er für den Tod Gefangener durch Misshandlung verantwortlich, erklärte das Gericht und bestätigte damit Urteile der Vorinstanzen.

Mindestens 14 Häftlinge, darunter prominente Politiker der Vorkriegszeit, starben laut Anklage an den Folgen von Visinescus „Vernichtungsregime“: brutale Schläge, Mangel an medizinischer Versorgung, Unterernährung. Visinescu zeigte vor Gericht keine Reue. Er stellte sein Verhalten als konform mit damaligen Gesetzen dar. Von 1945 bis 1989 gab es im kommunistischen Rumänien etwa 600.000 politische Gefangene.

Wegen ähnlicher Vorwürfe steht auch der 87-jährige Ion Ficior vor Gericht, ehemals Kommandant des Straflagers Periprava. Die Prozesse stützen sich auf Recherchen des Bukarester Instituts zur Erforschung der Verbrechen des Kommunismus (IICCMER). Das Institut will mehr als 30 weitere mutmaßliche kommunistische Folterer vor Gericht bringen.

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