Experte: Lugners Antreten schadet eher Kandidaten rechts der Mitte

Richard Lugner tritt bei der Präsidentenwahl an. Seine Chancen und die Folgen seiner Kandidatur für die anderen Bewerber beurteilen zwei Politikberater.

Richard Lugner hat am Mittwoch seine Kandidatur fürs Bundespräsidentenamt verkündet.
© APA/HERBERT NEUBAUER

Wien - Unter der Präsidentschaftskandidatur von Richard Lugner leiden laut Politikberater Thomas Hofer vor allem die Bewerber rechts der Mitte. Bei einem knappen Hofburg-Rennen könnte Lugner indirekt beeinflussen, wer es in die Stichwahl schafft, sagte Hofer am Mittwoch zur APA. Werner Beutelmeyer vom market-Institut meint hingegen, die Einordnung in ein politisches Lager funktioniere bei Lugner nicht.

Heute andere Dynamik als 1998

„In welchem Lager Lugner fischt, lässt sich schwer sagen“, so Beutelmeyer. Hofer erinnert daran, dass Lugner bei seinem ersten Antritt 1998 vor allem freiheitliche Wähler angesprochen hatte und so auf 9,9 Prozent der Stimmen kam. Dieses Mal gebe es wegen der Flüchtlingsthematik eine ganz andere Dynamik, so Hofer. 1998 habe es bei der Wiederwahl von Thomas Klestil keine Zuspitzung gegeben. Sollte Lugner sein Ergebnis von damals übertreffen, wäre dies für Hofer eine „kleine Sensation“, ein „paar Prozente“ seien aber schon drinnen. Beutelmeyer traut ihm lediglich fünf bis sechs Prozent zu.

Hofer geht davon aus, dass Lugner nur wegen der Publicity antritt, und nicht, „damit er sich bei der Loge am Opernball was spart“. Hofer: „Das ist gar nicht böse gemeint, aber die Vermarktung war immer Lugners Triebfeder“. Lugner und andere „bunte Vögel“ sähen die Präsidentschaftswahl vor allem als Bühne und Plattform, meint auch Beutelmeyer. Insgesamt traut der Meinungsforscher den Außenseitern 10 Prozent der Stimmen zu. Hofer schätzt das Potenzial der kleineren Kandidaten auf vier bis sieben Prozent.

Unterschriften dürften kein Problem für Lugner sein

Die beiden Experten Hofer und Beutelmeyer sind sich einig, dass Lugner die 6.000 Unterschriften für seine Kandidatur schafft. Hofer erwartet, dass auch EU-Gegner Robert Marschall und „Millionenshow“-Gewinnerin und Autorin Elfriede Awadalla die Hürde nehmen. „Einzelkämpfer“ hingegen sind laut Beutelmeyer fast aussichtslos. Marschall und Awadalla würden den übrigen Kandidaten aber weniger Stimmen wegnehmen als Lugner, so Hofer. (APA)

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