Slowakei - Lehrerstreik vorläufig ausgesetzt

Bratislava (APA) - Der seit über zwei Wochen andauernde Lehrerstreik in der Slowakei wird vorläufig ausgesetzt. Ab Montag nächster Woche keh...

Bratislava (APA) - Der seit über zwei Wochen andauernde Lehrerstreik in der Slowakei wird vorläufig ausgesetzt. Ab Montag nächster Woche kehren die unzufriedenen Pädagogen in ihre Schulen zurück, teilte die Initiative slowakischer Lehrer (ISU) laut Medienberichten am Mittwoch mit. Die Streikstafette wollen zeitgleich Akademiker übernehmen.

Über 11.000 Lehrer aus rund 700 Grund- und Mittelschulen hatten sich dem Ausstand für höhere Löhne und bessere Schulfinanzierung ursprünglich angeschlossen. Anfang der Woche waren es nur noch 4.000, ein Bruchteil der rund 89.000 Lehrer im Land. Die Regierung ging auf ihre Forderungen nicht ein. Vor den anstehenden Parlamentswahlen am 5. März könne man keine Zugeständnisse mehr machen, erklärte Ministerpräsident Robert Fico.

Die Lehrer seien müde, viele leiden sehr durch den Lohnausfall, erklärte die ISU. Es sei allerdings kein Ende, nur eine Rückkehr zur Streikbereitschaft, weitere Ausstände werden folgen. „Die Slowakei ist nicht arm. Sie muss und darf nicht an Bildung sparen,“ betonte Branislav Kocan von der ISU.

Der Lehrerstreik wird von vielen Eltern, Studenten und Persönlichkeiten der Slowakei unterstützt. Unerwarteten Rückhalt haben die Lehrer jetzt auch von ihren Hochschulkollegen bekommen, die sich überraschend bereit erklärten die Streikstafette zu übernehmen.

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Eigene Forderungen haben die Akademiker dabei nicht, sie wollen nur, dass die Regierung erfüllt, was die Lehrer verlangen. Wenn nicht, werden sie zeitgleich zur Aussetzung des Lehrerstreiks am 15. Februar in einen scharfen Streik treten. Am selben Tag beginnt an slowakischen Hochschulen das Sommer-Semester.

Wie viele Hochschulpädagogen der Aufforderung der neugegründeten Initiative der Hochschullehrer folgen werden ist vorerst unklar. Der Akademiker-Streik ist aber eine Aktivität einzelner Pädagogen, nicht ganzer Fakultäten, hieß es in slowakischen Medien. Bildungsminister Juraj Draxler hat die Drohungen der Hochschulpädagogen bereits als „klare politische Bestellung“ vor den Wahlen bezeichnet.


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