Hypo-U-Ausschuss - „Nur Mitarbeiter“ ohne Erinnerungen

Wien/Klagenfurt (APA) - Der Rechnungswesen-Chef der früheren Hypo und der späteren Hypo-“Bad Bank“ Heta, Stephan Holzer, hat sich als Auskun...

Wien/Klagenfurt (APA) - Der Rechnungswesen-Chef der früheren Hypo und der späteren Hypo-“Bad Bank“ Heta, Stephan Holzer, hat sich als Auskunftsperson im Hypo-U-Ausschuss als Mitarbeiter gegeben, dem der „Gesamtüberblick“ über die Entwicklung fehlte. Einmal mehr offenbarte sich im Laufe seiner Befragung, dass Hypo-Mitverantwortliche egal ob aus Bank, Politik oder Aufsicht nicht miteinander kommuniziert haben wollen.

Allzu oft wurde im Sinne von Verantwortungen schon im Kreis gezeigt im Hypo-U-Ausschuss. Holzer verlas gleich in seinem Eingangsstatement zahlreiche Aufgaben, für die er nicht zuständig war bzw. ist - beispielsweise Kreditvergaben und das laufende Monitoring mit Überwachung der Darlehen, eines der Dauerprobleme der Skandalbank.

Von Problemen bei der Hypo-Italien wollte Holzer erst 2013 erfahren haben. Immerhin der Liquiditätsentzug seitens der BayernLB bei der Hypo übers Jahr 2009 war ihm noch erinnerlich. Darüber habe man spekulieren können, dass vielleicht eine Verhandlungsposition aufgebaut werde. Die Korrespondenz mit der BayernLB habe der damalige Hypo-Treasury-Leiter geführt.

Zu seiner immer noch aufrechten Funktion als Hypo/Heta-Kontaktmann („SPoC“) zur Aufsicht, die er seit Anfang 2009 innehat, sagte Holzer auch wenig bis nichts. Er habe der OeNB Zahlen zu Prognosen geliefert, blieb er unkonkret.

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Grundsätzlich meinte Holzer, der seit 2010 auch Hypo- bzw. Heta-Prokurist ist, er sei eben „nur Mitarbeiter“ gewesen. Oft konnte er sich an hinterfragte Vorgänge „nicht erinnern“.

Man beiße nicht die Hand, die einen füttere, schloss NEOS-Mandatar Rainer Hable. Während einer Unterbrechung sagte Werner Kogler von den Grünen, die Befragung habe wieder einmal deutlich gezeigt, dass rund um die Hypo Informationen auseinander anstatt zusammengelaufen seien. Team-Stronach-Mandatar Robert Lugar meinte, in der Hypo seien Mitarbeiter mit Boni unkritisch gestellt worden. FPÖ-Politiker Erwin Angerer konnte nicht glauben, dass Holzer nichts vom Sideletter für den Kurzzeit-Hypo-Chef Franz Pinkl gewusst haben wollte. ÖVP-Politikerin Gabriele Tamandl wollte auch nicht glauben, dass angeblich niemand mit dem anderen über Zahlen und Risiken gesprochen habe. SPÖ-U-Ausschuss-Fraktionschef Kai Jan Krainer scherzte einmal, er habe momentan keine Fragen, die seien in der Pause wohl geschreddert worden - so wie Unterlagen der Vorgängerin von Holzer rund um den Swap-Skandal, was heute auch wieder ausgiebig Thema war.

Quasi „geoutet“ wurde Holzer als jener Heta-Mitarbeiter, der die (Nicht-)Entbindungen der Hypo-“Bad Bank“ für (ehemalige) Mitarbeiter unterzeichnet. Die oberflächlichen Entbindungen hatten schon für viel Ärger unter den Abgeordneten gesorgt. Für mehr oder weniger heitere Lacher sorgte schließlich die ebenso unbeantwortete Frage, wer denn die „Nicht-Entbindung“ für Holzer unterschrieben habe.

Zu Kleiner-Gutachten und AKKT-Gutachten, die sich auf die Hypo-Bilanzen 2008 und 2009 beziehen, sei er nicht entbunden, auch nicht zu Dingen in deren Zusammenhang, betonte Holzer jedenfalls.

Wie es zum letzten Megaverlust bei der Heta kam, wurde von Holzer auch nicht erklärt. Das war auch der Zeit geschuldet, die nach einem besonders langen U-Ausschusstag abgelaufen war.


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