Kettenkunst: Rudi Stanzel interveniert im Belvedere

Wien (APA) - Seit 2007 lädt das Wiener Belvedere regelmäßig Künstler ein, im Rahmen der Schiene „Intervention“ spezifische Arbeiten zu erste...

Wien (APA) - Seit 2007 lädt das Wiener Belvedere regelmäßig Künstler ein, im Rahmen der Schiene „Intervention“ spezifische Arbeiten zu erstellen, die sich konkret mit dem Museum auseinandersetzen. Am Abend tritt nun Rudi Stanzel die Nachfolge von Kollegen wie Brigitte Kowanz, Lisa Oppenheim oder Christian Mayer an und interveniert nach Leibeskräften - mit Ketten.

Der gebürtige Linzer (Jahrgang 1958), der einst bei Peter Weibel lernte, ist berühmt für seine farblichen Beschränkungen und die Betonung des Horizontalen und Vertikalen in seinen Werken, die eher Bildskulpturen denn Bildern gleichen. Für seine Intervention im Oberen Belvedere übersetzt Stanzel eine Handschrift des Philosophen und Mathematikers Gottfried Wilhelm Leibniz in eine Struktur aus Kettengliedern. Mit dieser Umarbeitung der Schrift des Korrespondenzpartners von Prinz Eugen von Savoyen in eine vertikale Struktur, greift Stanzel den Treppenaufgang im barocken Lustschloss auf.

Neben diesem Element unter dem Titel „Link-Chain-Curtain“ nimmt sich der heute in Wien lebende Künstler aber auch der Sala terrena an. Mit „A Pile of Primes“ setzt Stanzel abermals auf Ketten, die er zu einer Primzahlenreihe arrangiert, deren Durcheinander die scheinbare Ordnung des Raumes konterkariert. Nach der Eröffnung durch Belvedere-Chefin Agnes Husslein-Arco und Ex-MAK-Direktor Peter Noever am heutigen Abend ist die Kettenkunst bis 16. Mai zu sehen. Nur bis 26. März läuft zeitgleich eine Stanzel-Retrospektive unter dem Titel „Pre\Post\De\Scription“ in der Wiener Innenstadtgalerie Ulysses, die seit dem gestrigen Mittwoch Arbeiten des Künstlers aus 30 Jahren präsentiert.

(S E R V I C E - http://go.apa.at/XuNwaGzS)

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