Rubelverfall belastet Handelskonzern Metro

Düsseldorf (APA/dpa/Reuters) - Die Krise in Russland hält den deutschen Handelskonzern Metro weiter in Atem. Vornehmlich durch den Rubelverf...

Düsseldorf (APA/dpa/Reuters) - Die Krise in Russland hält den deutschen Handelskonzern Metro weiter in Atem. Vornehmlich durch den Rubelverfall ging das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebit) im ersten Geschäftsquartal (Ende Dezember) von 891 auf 828 Mio. Euro zurück, wie Metro am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte.

Rund 40 Mio. Euro habe Metro durch negative Wechselkurseffekte vor allem durch den schwachen Rubel verloren. Unter dem Strich sorgte allerdings ein Sondererlös aus dem Verkauf des Großhandelsgeschäfts in Vietnam für Freude. Dadurch kletterte der auf die Anteilseigner entfallende Nettogewinn von 404 Mio. auf 549 Mio. Euro. Das Ebit schnellte auf 1,24 Mrd. Euro nach 876 Mio. Euro im Vorjahr, 427 Mio. Euro stammen dabei aus der Veräußerung.

Der Umsatz sank um 1,3 Prozent auf 17,1 Mrd. Euro, was neben dem Verkauf von Unternehmensteilen auch am schwachen Rubel lag. Auf gleicher Fläche legten die Erlöse minimal zu. Einen großen Anteil daran hatten die deutschen Verbraucher, die den Düsseldorfern ein gutes Weihnachtsgeschäft bescherten. Vorläufige Umsatzzahlen hatte der Konzern, zu dem die Großmärkte Cash & Carry, die Elektronikketten Media Markt und Saturn sowie die Lebensmittelkette Real gehören, bereits Mitte Jänner vorgelegt.

„Insbesondere die volatilen Wechselkurse haben (...) das Ergebnis belastet“, räumte Metro-Chef Olaf Koch ein. Der Konzern wolle die Effekte aber in anderen Ländern wettmachen: „Für das Gesamtjahr bin ich aufgrund der guten Entwicklungen in zahlreichen Landeseinheiten unverändert zuversichtlich, dass wir unsere Umsatz- und Ergebnisziele für die Metro Group erreichen werden.“ Metro hatte das Russland-Geschäft seiner Großmärkte in der Vergangenheit stark ausgebaut, dort stehen 84 seiner weltweit rund 750 Großmärkte. Zum Vergleich: Im deutschen Heimatmarkt sind es 107 Märkte. Die Märkte in Russland arbeiteten in der Vergangenheit besonders profitabel; Metro-Chef Koch hatte sogar geplant, einen Anteil an dem Geschäft an die Börse zu bringen. Die Ukraine-Krise machte ihm einen Strich durch die Rechnung, nun lasten auch sinkende Preise für Öl - dem wichtigsten Exportguts Russlands - auf dem Rubel.

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Die Nettoverschuldung sank binnen Jahresfrist von 1,5 Mrd. Euro auf 100 Mio. Euro - der niedrigste Wert in der Geschichte des Konzerns. Metro hatte sich im vergangenen Jahr auch von der Warenhaustochter Kaufhof getrennt. Koch sieht damit auch wieder Spielräume für Übernahmen.

Ein Zukauf aus der Vergangenheit bereitet dem Metro-Chef indes Sorge. 2011 hatte Media-Saturn den Online-Händler Redcoon geschluckt, der Zukauf sollte das Internet-Geschäft der Kette stärken. Redcoon häuft aber Verluste an, im Quartal schrumpfte auch deshalb der operative Gewinn von Media-Saturn von 344 auf 301 Mio. Euro. Metro liefert sich bei Media-Saturn seit Jahren einen erbitterten Machtkampf mit Minderheitseigner Erich Kellerhals. Der hatte jüngst eine Kapitalerhöhung bei der Kette angemahnt und dabei auch auf Verluste bei Redcoon verwiesen.

~ ISIN DE0007257503 WEB http://www.metrogroup.de ~ APA071 2016-02-11/08:36


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