Prozess gegen Ex-Wachmann von Auschwitz begonnen

Detmold (APA/AFP) - Vor dem Detmolder Landgericht hat am Donnerstag der Prozess gegen einen 94-Jährigen begonnen, der als SS-Wachmann im Kon...

Detmold (APA/AFP) - Vor dem Detmolder Landgericht hat am Donnerstag der Prozess gegen einen 94-Jährigen begonnen, der als SS-Wachmann im Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz tätig gewesen sein soll. Die Anklage wirft ihm Beihilfe zum Mord in mindestens 170.000 Fällen zwischen 1943 und 1944 vor.

Laut Staatsanwaltschaft war der damals etwa 20-jährige Reinhold H. von 1942 bis 1944 als Mitglied des SS-Totenkopfsturmbanns in dem Lagerkomplex eingesetzt. Er bewachte demnach sowohl das sogenannte Stammlager I als auch Selektionen der mit Deportationszügen an der „Rampe“ ankommenden Juden, die im Lagerteil Birkenau meist sofort ermordet wurden.

Der Anklage zufolge wusste H., dass die Deportierten in Birkenau ständig „in großer Zahl“ grausam sowie heimtückisch vergast wurden und dass im Stammlager Massenerschießungen und Selektionen für die Gaskammern stattfanden.

An dem Verfahren in Detmold nehmen etliche Holocaust-Überlebende als Nebenkläger teil. In die Strafverfolgung mutmaßlicher NS-Täter war durch eine veränderte Rechtsauslegung von Gerichten zuletzt neuer Schwung gekommen. Neben dem Prozess in Detmold starten dieses Jahr noch mindestens zwei Gerichtsverfahren, in denen es um die Verbrechen in Auschwitz geht.

TT-ePaper gratis testen und 2 VIP-Tickets für das Electric Love Festival gewinnen

Electric Love Festival

Kommentieren