Israelische Abgeordnete verheddert sich in der P-Frage

Jerusalem/Ramallah (APA/AFP) - Zorn und Spott hat am Donnerstag eine israelische Abgeordnete geerntet, die den Palästinensern das Recht auf ...

Jerusalem/Ramallah (APA/AFP) - Zorn und Spott hat am Donnerstag eine israelische Abgeordnete geerntet, die den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat Palästina abgesprochen hat, weil sie das „P“ gar nicht aussprechen könnten. „Der Buchstabe P existiert im Arabischen ja gar nicht, der Begriff Palästina ist somit fragwürdig“, belehrte Anat Berko von der konservativen Likud-Partei am Mittwoch das Parlamentsplenum.

Unter lebhaften Zwischenrufen insistierte sie mehrfach auf Hebräisch: „Es gibt keinen P-Laut im Arabischen“. Richtig ist, dass Araber anstelle von P-Lauten ersatzweise das B verwenden. Die historische Region Palästina, deren Benennung sich von den frühgeschichtlichen Philistern ableitet, wird von den Arabern aber sowieso als „Falistin“ bezeichnet - weshalb Berkos Argumentation gegenstandslos ist.

Die Abgeordnete Tamar Sandberg von der linken Merez-Fraktion konnte schließlich nicht mehr an sich halten und fragte die Rednerin „Wo haben Sie ihr Hirn gelassen?“ Diese rechtfertigte sich am Donnerstag in israelischen Medien: „Die Griechen und später die Römer nannten diese Region Palästina. Die Palästinenser haben den Namen also nur geborgt und können ihn noch nicht einmal richtig aussprechen.“

Der palästinensische Regierungssprecher Jamal Dajani sah in diesen Äußerungen „einen weiteren Versuch, die Palästinenser zu entmenschlichen“. Berkos umstrittener Knessetauftritt reiht sich ein in wiederholte Versuche von Israelis und Palästinensern, sich gegenseitig eine ethnische Eigenständigkeit und damit den Anspruch auf einen Nationalstaat abzusprechen.

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