Große Stars und Politik: 66. Berlinale eröffnet

Schon zum Start gab es reihenweise Stars bei der Berlinale, die meiste Aufmerksamkeit zogen George Clooney und seine Frau Amal auf sich.

George Clooney mit Frau Amal auf dem roten Teppich. Die Interviews überließ sie ihrem Mann.
© APA/AFP/ODD ANDERSEN

Von Caroline Bock/dpa

Berlin - Jurypräsidentin Meryl Streep bekommt Standing Ovations, im Publikum sitzt George Clooney mit seiner Frau Amal, händchenhaltend. Die Berlinale erfüllt schon zur Eröffnung ihr Soll an Stars. Auch Stammgast Tilda Swinton (wie immer mit der coolsten Frisur) und Frauenschwarm Channing Tatum sind da. Beide spielen neben Clooney im Eröffnungsfilm „Hail, Caesar!“ mit.

Am Donnerstagabend tummelt sich die versammelte deutsche Film-und Fernsehprominenz im Festivalpalast. Iris Berben, Senta Berger, Elyas M‘Barek, Bastian Pastewka, Heike Makatsch, Christian Berkel, Maria Furtwängler - die Kameras und Selfiejäger kommen kaum hinterher. Fast alle sehen schnieke aus mit Abendkleid oder dunklem Anzug, „black tie“ heißt die Kleiderordnung. Der übliche Ausreißer ist der Regisseur Rosa von Praunheim, diesmal mit einem rosa Teddy auf dem Kopf.

Amal Clooney (im schwarzen Paillettenkleid) überlässt ihrem Mann die Bühne und geht schon in den Saal, während er noch Interviews gibt. Dabei hätte wohl viele interessiert, was die Juristin zur großen Nachricht des Tages sagt: George Clooney will die Kanzlerin treffen und über Flüchtlinge sprechen.

Das Thema beschäftige ihn schon lange, erzählt Clooney auf dem roten Teppich. „Es ist ein sehr wichtiger Teil meines Lebens.“ Und nochmal zum Mitschreiben: Seine Frau ist das auch. Auf der Pressekonferenz sagt der 54-Jährige zu einer Reporterin: „Flirten Sie mit mir?“ (...) Ich bin ein verheirateter Mann.“

Anke Engelke macht als Moderatorin der Eröffnungsgala politisch angehauchte Gags. Streep sollte keine Preise mehr bekommen, „there is an Obergrenze“. Der Berliner Regierungschef Michael Müller wird von Engelke mit „arm, aber Bürgermeister“ angekündigt. Und zu dem vielen Geld, das bei den Oscars in die teuren Präsente-Taschen fließt, sagt sie: „Davon kaufen wir Deutschen drei WMs“.

Wie immer ist die Berlinale auch politisch, es geht um Solidarität mit Flüchtlingen. Festivalchef Dieter Kosslick ruft zu Spenden für Folteropfer auf. Kulturstaatsministerin Monika Grütters sagt: „Kultur öffnet Welten.“ Sie lobt Film und Kino als „Insel der Menschlichkeit“. Dass Clooney die Kanzlerin treffen will, finden viele Gäste der Eröffnung gut.

Und sonst? Schauspieler Henry Hübchen plaudert aus, dass er Angela Merkel im Kaufhaus Lafayette getroffen habe, an der Fischtheke - „mit ihrem Einkaufskorb, sehr charmant!“ Einige Gäste verraten die ersten Filme, die sie je gesehen haben. „Winnetou“, mit vielen Taschentüchern, ist es bei Grünen-Politikerin Claudia Roth einst gewesen.

Der Theaterstar und Jurymitglied Lars Eidinger schwärmt von Meryl Streep und ihrer „wahnsinnigen Ausstrahlung“. Dann behauptet er, er habe auch die Nacht mit der Jurychefin verbracht. „Wir waren im Berghain.“ Also angeblich in Berlins berühmtestem Club. Zwinkerzwinker.


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