NÖ Feuerwehren wurden 2015 bei Waldbränden gefordert

St. Pölten (APA) - Niederösterreichs Feuerwehren sind im Vorjahr zu 65.262 Einsätzen ausgerückt - 2014 waren es 64.691. Aufgrund der wochenl...

St. Pölten (APA) - Niederösterreichs Feuerwehren sind im Vorjahr zu 65.262 Einsätzen ausgerückt - 2014 waren es 64.691. Aufgrund der wochenlangen Hitzeperiode im vergangenen Sommer mussten 154 Waldbrände - so viele wie noch nie - und 988 Wiesen- und Flurbrände (plus 42 Prozent) bekämpft werden. Die am Freitag präsentierte Jahresbilanz weist zudem 1.043 Menschenrettungen aus.

Signifikant, nämlich um 37,3 Prozent, stieg auch die Zahl der Brände in landwirtschaftlichen Betrieben: 141 Ställe, Heu- und Strohlager wurden ein Raub der Flammen. Auf der anderen Seite führte die Trockenheit zu einer Zunahme von 128 Prozent bei Wasserversorgungen: in 5.269 Fällen wurden leere Brunnen und Zisternen gefüllt. Insgesamt wurden 4.210 Brände verzeichnet.

9.043 Einsätze - um 5,9 Prozent mehr als 2014 - wurden bei Verkehrsunfällen auf Niederösterreichs Straßen geleistet, dazu kamen 658 Tierrettungen. In der Statistik finden sich weiters 42.159 technische Einsätze, aber auch 5.278 Fehl- und Täuschungsalarme.

65.262 Einsätze im Jahr bedeuten, dass im Durchschnitt alle acht Minuten eine freiwillige Mannschaft ausrückt. In Ausnahmesituationen werde optimale Arbeit geleistet, so Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP). Die Feuerwehr sei „die beste Versicherungspolizze“ für das Bundesland. 1,2 Millionen Stunden wurden in Aus- und Weiterbildung investiert. 7,9 Millionen geleistete Arbeitsstunden würden - a 20 Euro pro Stunde gerechnet - einem Volumen von 158 Millionen Euro entsprechen, die sich die öffentliche Hand und damit der Steuerzahler erspare, unterstrich Pröll die Bedeutung des Freiwilligenwesens - auch als wesentlicher Faktor für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund.

Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner zufolge wurden heuer bereits bei 1.719 Feuerwehren die Kommandanten - auch sechs weibliche - gewählt. Das seien u.a. aufgrund freiwilliger Fusionierungen um elf weniger als bisher. Er selbst stellt sich dann am 18. März der Wiederwahl.

Fahrafellner erwähnte Projekte wie die Evaluierung von Einsätzen, die Anschaffung von Containern als mobile Einsatzleitung und Zusammenarbeit mit der ZG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik). Am Notstromsektor sei die NÖ Feuerwehr sehr gut aufgestellt. Die Ausbildung müsse im Hinblick auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes gestrafft werden. In Sachen Nachwuchspflege wurde im Herbst eine Aktion in den dritten und vierten Klassen der Volksschulen gestartet. Zur Zeit gibt es 5.506 Jugendliche bei der NÖ Feuerwehr, positiv entwickle sich auch der weibliche Anteil - man hält aktuell bei 6.291 Frauen. Insgesamt beträgt der Mitgliederstand 97.484, davon 75.151 Aktive.


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