Wiener Rentenmarkt baut Kursverluste weiter aus

Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat seine Kursverluste am Freitagnachmittag in einem sehr starken Aktienmarktumfeld weiter ausgebaut. Di...

Wien (APA) - Der Wiener Rentenmarkt hat seine Kursverluste am Freitagnachmittag in einem sehr starken Aktienmarktumfeld weiter ausgebaut. Die Renditen stiegen in allen Laufzeiten. Auch der deutsche Bund Future, der im Wochenverlauf im Aufwärtstrend gewesen war, gab einen Teil seiner Kursgewinne am Freitag wieder ab.

Am Nachmittag wurden einige US-Konjunkturdaten veröffentlicht, die ein gemischtes Bild zeigten. Die US-Einzelhandelsumsätze sind im Jänner den dritten Monat in Folge gestiegen. Mit einem Plus von 0,2 Prozent fiel der Anstieg außerdem etwas höher aus als erwartet. Die ebenfalls veröffentlichten Daten zu den Importpreisen zeigten einen weniger starken Rückgang als erwartet. Das von der Universität Michigan erhobene Verbrauchervertrauen wiederum trübte sich unerwartet ein. Das Barometer fiel von 92,0 Punkten im Vormonat auf 90,7 Punkten.

In der nächsten Woche ist der US-Datenkalender wieder gut gefüllt. Besondere Aufmerksamkeit dürfte hier laut den Experten von Raiffeisen Research auf den Verbraucherpreiszahlen für Jänner liegen, die am Freitag veröffentlicht werden. Am Mittwoch stehen die Industrieproduktionszahlen für Jänner an, ein weiterer „harter“ Konjunkturindikator, heißt es von Raiffeisen. Daneben dürften auch noch der Empire State Manufacturing Index für Februar am Dienstag sowie der Philadelphia Fed Index für Februar am Donnerstag für Spannung auf den Märkten sorgen.

In der Eurozone stehen dagegen nur wenige relevante Daten zur Veröffentlichung an - publiziert werden unter anderem der ZEW-Index für Februar sowie eine vorläufige Schätzung für das Konsumentenvertrauen für Februar in der Eurozone. Beachtenswert ist zudem die Veröffentlichung des Protokolls der letzten EZB-Zinssitzung. „Da auf der Pressekonferenz im Jänner eine Anpassung der Geldpolitik an veränderte Inflationsaussichten signalisiert wurde, sollte das Sitzungsprotokoll Einsicht liefern, welche Lockerungsmaßnahmen im März mehr oder weniger wahrscheinlich sind“, hieß es dazu von den Rentenexperten von Raiffeisen Research.

Um 16.50 Uhr notierte die Leitemission am europäischen Rentenmarkt, der deutsche Euro-Bund Future mit März-Termin, mit 164,60 um 54 Basispunkte unter dem Schluss-Stand vom Vortag (165,14). Heute Früh notierte der Rentenfuture mit 165,04. Das Tageshoch lag bisher bei 165,22, das Tagestief bei 164,57, die Tagesbandbreite umfasst damit bisher 65 Basispunkte. In Frankfurt wurden bisher etwa 597.732 März-Kontrakte gehandelt.

Die Rendite der 30-jährigen heimischen Bundesanleihe lag am Nachmittag bei 1,31 (zuletzt: 1,26) Prozent, die der zehnjährigen Benchmark-Anleihe bei 0,54 (0,49)Prozent, jene der fünfjährigen bei -0,25 (-0,27) Prozent und die Rendite der zweijährigen Emission betrug -0,47 (-0,49) Prozent.

Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Benchmark-Anleihe betrug für die 30-jährige Bundesanleihe am Nachmittag 44 (zuletzt: 44) Basispunkte. Die zehnjährige Referenz-Bundesanleihe lag 54 (49) Basispunkte über der deutschen Zinskurve. Für die fünfjährige errechnet sich ein Rendite-Abstand von 15 (16) Basispunkten und für die zweijährige ein Aufschlag von 5 (5) Punkten gegenüber der vergleichbaren deutschen Anleihe.

Börsenkurse und Interbankhandel-Taxen von ausgewählten Benchmark-Anleihen:

~ Emission LZ Kupon Handel --- Rendite Kurs Börse --- -- --- Geld Brief Vortag zuletzt Bund 44/06 30 3,15 142,93 143,40 1,31 145,9 143,15 Bund 25/10 10 1,20 105,89 106,04 0,54 106,55 106,27 Bund 20/07 5 3,90 118,39 118,41 -0,25 118,57 118,49 Bund 17/09 2 4,30 109,83 109,85 -0,47 109,9 109,87 ~


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