Kufstein

Wahl sorgt in Kufstein für Nachwehen

© Michael Mader

Kufstein hat mit Brigitta Klein erstmals eine Vizebürgermeisterin. Für Aufregung sorgte aber, dass die zweitstärkste Fraktion, die FPÖ, nicht mehr den Vizebürgermeister stellt.

Von Michael Mader

Kufstein –Die Enttäuschung war dem bisherigen ersten Vizebürgermeister von Kufstein, Walter Thaler (FPÖ/GKL), anzusehen. Obwohl seine Fraktion die Mandate von drei auf fünf steigern konnte und nunmehr die zweitstärkste Kraft im Gemeinderat ist, fiel er – wie berichtet – bei der Vizebürgermeisterwahl am Mittwochabend durch. Zehn Stimmen entfielen auf die Parteifreie Brigitta Klein, sechs auf Nationalrat Hannes Rauch und nur fünf auf Walter Thaler.

Bürgermeister Martin Krumschnabel (Parteifreie) bekräftigte nach der Wahl, dass er mit allen Fraktionen zusammenarbeiten wolle und trotz seiner zehn Mandate wie auch in den sechs Jahren zuvor für jedes Projekt Mehrheiten suchen müsse. „Gestern gab es eine klare Entscheidung der kleinen Parteien für Rauch. Ich selbst habe immer ganz klar gesagt, dass, wenn wir die Chance bekommen, wir unsere eigenen Leute wählen“, spricht Krumschnabel die zehn Stimmen für Brigitta Klein an. In der ganzen Diskussion gehe für ihn nämlich ganz unter, dass Kufstein erstmals eine Vizebürgermeisterin hat.

Rauch freut sich über seine neue Position und bedankt sich für den Vertrauensvorschuss, den er von den anderen Parteien bekommen hat: „Das ist Demokratie, der Gemeinderat wählt den Vizebürgermeister“, sieht er sich nicht als ÖVP-Vizebürgermeister, sondern als Vizebürgermeister der Stadt Kufstein. Gleichzeitig erinnert er daran, dass bei der Wahl 2010 die FPÖ nur die vierstärkste Kraft war und trotzdem den Vizebürgermeister gestellt hat: „Jetzt regen sie sich darüber auf, dass wir als drittstärkste Kraft den Vize stellen.“ Er möchte jetzt jedenfalls anpacken und versuchen, die im Wahlkampf kolportierten Ideen wie einen Winterbetrieb des Kaiserlifts oder die Attraktivierung des Bahnhof-Areals voranzutreiben. „Mir ist wichtig, dass die Wirtschaft gestärkt wird und in der Stadt mehr Sicherheit herrscht. Eventuell könnte man in Kufstein auch einen Integrationsvertrag wie in Linz machen“, erklärt Rauch.

„Die personifizierte Wahlniederlage Hannes Rauch wurde von der unheiligen Koalition der Wahlverlierer bestehend aus ÖVP mit Rauch & Co., SPÖ mit Gfäller, BHS mit Steiner und den Grünen mit Falschlunger zum Vizebürgermeister gemacht“, kommentiert Thaler das Abstimmungsergebnis. Anstand und Charakter seien in der Kufsteiner Lokalpolitik seit dem 28. Februar offenbar keine Kategorie mehr. „Anstatt mit offenen Karten zu spielen, übt sich die Verliererkoalition von vornherein in geheimen parteipolitischen Mauscheleien, die mit dem Erfolg von Rauchs Last-Minute-Kandidatur dem Wählerwillen absolut zuwiderlaufen. Es schwant einem dabei Übles, wenn man an die künftigen sechs Jahre im Gemeinderat denkt. Wir werden – Vize hin oder her – konstruktive Oppositionsarbeit machen und dabei unseren Mitbewerbern ganz genau auf die Finger schauen“, kündigt Thaler an.

Die Zahl der Stadtratsmitglieder wurde in Kufstein wie in den Jahren zuvor mit sieben festgelegt: Neben dem Bürgermeister und den Vizebürgermeistern sind dort Stefan Hohenauer und Werner Kainz (Parteifreie) sowie Walter Thaler und Herbert Santer (FPÖ/GKL) vertreten. Insgesamt wurden für 31 Ausschüsse und Verbände Mandatare nominiert.

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