Österreichischer Urlauber bei Busunglück in Kuba getötet

Havanna/Wien/Berlin (APA/dpa/AFP) - Bei einem schweren Busunglück in Kuba ist ein österreichischer Tourist ums Leben gekommen. Auch der Fahr...

Havanna/Wien/Berlin (APA/dpa/AFP) - Bei einem schweren Busunglück in Kuba ist ein österreichischer Tourist ums Leben gekommen. Auch der Fahrer des Reisebusses (37) mit hauptsächlich deutschen, aber auch österreichischen Urlaubern wurde bei dem Unfall nahe der Ortschaft Jatibonico, 40 Kilometer östlich der Hauptstadt Havanna, getötet. Insgesamt wurden 28 Menschen verletzt.

Der Bus stieß am Samstagabend (Ortszeit) zwischen Santiago de Cuba im Südosten der Insel und Trinidad im Zentrum mit einem entgegenkommenden Lastwagen zusammen, wie die Zeitung „Escambray“ berichtete. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Lastwagen mit seinem Anhänger, ein Auflieger, eine Eisenbahnbrücke touchiert.

Offenbar hatte der Fahrer den Warnhinweis übersehen, der die Durchfahrt für Fahrzeuge mit mehr als 4,20 Meter Höhe untersagt. Der Container stürzte daraufhin auf den Bus. Auf Fotos war zu sehen, dass das Vorderteil des Reisebusses völlig zerstört wurde. „Der Container ist anscheinend gegen die Brücke gestoßen und dann auf uns drauf gefallen“, sagte der Reisebegleiter Ramon Dominguez zu „Escambray“.

Zunächst hatte das Außenministerium in Wien Kenntnis von vier verletzten Österreichern erhalten. Am späten Sonntagabend stieg dann die Zahl der Betroffenen: „Nach Mitteilung der kubanischen Behörden und der Krankenanstalt hat sich die vorläufige Opferzahl erhöht“, sagte Außenamts-Sprecher Thomas Schnöll der APA. Ein Österreicher sei demnach verstorben, mindestens fünf weitere österreichische Touristen hätten Verletzungen erlitten. Detailliertere Informationen seien Montagfrüh zu erwarten. Die kubanische Zeitung „Granma“ gab den Namen des getöteten Österreichers mit Johann Eberl, sein Alter mit 63 an.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Zunächst war in kubanischen Medien und internationalen Agenturen fälschlich von einem dritten, einem deutschen Todesopfer die Rede gewesen. Später wurde die Zahl der Toten aber auf zwei revidiert und angegeben, ein Schwerverletzter sei irrtümlich für tot erklärt worden. Die Bergungsarbeiten erwiesen sich wegen des stark zerstörten Busses als sehr schwierig.

Die Urlauber waren auf einer Rundreise des Veranstalters Thomas Cook. „Thomas Cook bedauert den Unfall zutiefst. Unser Mitgefühl gilt den Betroffenen und ihren Angehörigen“, teilte das Unternehmen mit. Mitarbeiter seien an Ort und Stelle und stünden mit den Behörden in Kontakt, um die medizinische Versorgung der Verletzten sicherzustellen. Die Rundreise begann am 28. März und sollte am Montag enden. Die Reisenden waren nach Angaben des Nachrichtenportals „Cubadebate“ zu einem zweiwöchigen Urlaub in Kuba, der auch einen abschließenden Badeaufenthalt im Badeort Varadero vorgesehen habe.

Die Verletzten wurden in einem Krankenhaus „Camilo Cienfuegos“ in der Provinz Sancti Spiritus behandelt. Zwölf Urlauber wurden am Sonntag wieder entlassen. Drei Schwerverletzte seien immer noch in einem kritischen Zustand, sagte der stellvertretende Leiter der Klinik, Leonel Albiza Sotomayor, laut „Escambray“.

Die deutsche Botschaft in Havanna bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. In dem Zeitungsbericht hieß es, der Reisebus sei bei dem Zusammenstoß so schwerbeschädigt worden, dass es schwierig gewesen sei, das Gepäck und die Dokumente der Insassen zu bergen.

Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftszweig auf der kommunistischen Karibikinsel. Knapp drei Millionen Urlauber besuchen Kuba pro Jahr. Mit dem Ende der Eiszeit zwischen Washington und Havanna sollen es jetzt noch mehr werden.


Kommentieren