Panama-Leaks - „SZ“: Banken vermittelten Kunden Briefkastenfirmen

Frankfurt (APA/Reuters/dpa) - Zahlreiche deutsche Geldhäuser haben ihren Kunden Medien zufolge geholfen, über die Kanzlei Mossack Fonseca Br...

Frankfurt (APA/Reuters/dpa) - Zahlreiche deutsche Geldhäuser haben ihren Kunden Medien zufolge geholfen, über die Kanzlei Mossack Fonseca Briefkastenfirmen in Panama zu gründen. „Dieses Geschäft ist über viele Jahre von Banken vermittelt worden, auch von vielen deutschen Banken“, sagte Georg Mascolo, der den Rechercheverbund von NDR, WDR und „Süddeutscher Zeitung“ leitet, in der Sendung „Anne Will“.

„Wenn sie mich fragen würden, welche der deutschen Banken ist eigentlich nicht dabei gewesen, Kunden zu helfen, zu Mossack Fonseca zu gehen, müsste ich lange nachdenken, ob mir überhaupt eine einfällt.“ Laut „SZ“ haben zahlreiche Vermögende Briefkastenfirmen in dem mittelamerikanischen Land genutzt, um Steuern zu hinterziehen oder Geld zu waschen.

Einige Geldhäuser bieten solche Geschäfte laut „SZ“ mittlerweile nicht mehr an - auch, weil sie deswegen von den Behörden bereits zu Strafzahlungen verdonnert wurden. „Wenn man allerdings in die Unterlagen schaut, sieht man: Es gibt eine Reihe von Unverbesserlichen - also solche, die sich nicht aus dem Geschäft rausgezogen haben, sondern die bis in die jüngste Zeit hinein Deutschen immer noch dabei geholfen haben, mit Mossack Fonseca und anderen solche Briefkastenfirmen zu gründen“, sagte Mascolo. „Eine der Banken, die sich besonders hervorgetan hat - zu meinem großen Erstaunen - ist beispielsweise die Berenberg Bank in Hamburg gewesen. Auch die Deutsche Bank ist in den vergangenen Jahren dabei gewesen.“

„Wir sind uns der Bedeutung dieser Angelegenheit vollkommen bewusst“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bank. „Was die Deutsche Bank angeht, so haben wir unsere Kundenannahmeverfahren verbessert; wir überprüfen, mit wem wir Geschäfte machen und stellen sicher, dass unsere Richtlinien, Verfahren und Systeme so gestaltet sind, dass sie allen relevanten Gesetzen und Regularien befolgen.“

Auch die Hamburger Privatbank Berenberg bestätigte die Offshore-Deals. Über ihre in der Schweiz ansässige Vermögensverwaltungstochter, die Berenberg Bank AG, führe sie wie viele andere Banken auch Konten für Offshoregesellschaften, erklärte ein Sprecher am Montag. „Dies steht selbstverständlich im Einklang mit den gesetzlichen Regelungen, erfordert jedoch höhere Sorgfaltspflichten aufseiten der Banken.“ So sei der hinter dem Konto stehende wirtschaftlich Berechtigte immer bekannt. Zudem würden wirtschaftlich Berechtigte und Bevollmächtigte täglich in speziellen Datenbanken auf negative Einträge hin überprüft. Zahlungen unterlägen einem „permanenten Monitoring“. Die Berenberg Bank verfolge eine klare Weißgeldstrategie, die Prozesse würden regelmäßig von unabhängigen externen Prüfern untersucht und für wirkungsvoll befunden.

Einer Luxemburger Tochter der Commerzbank haben Ermittler bereits vor einiger Zeit vorgeworfen, Kunden geholfen zu haben, ihr Geld über Konten in Luxemburg und Briefkastenfirmen in Panama vor dem Finanzamt zu verbergen. Die zweitgrößte deutsche Bank verständigte sich Ende 2015 mit der Staatsanwaltschaft Köln auf ein Bußgeld von 17 Mio. Euro. Das Verfahren sei eingestellt worden, sagte ein Commerzbank-Sprecher am Montag. „Das Thema ist für uns abgeschlossen.“

Die DZ Privatbank indes bot eigenen Angaben nie aktiv Kunden Briefkastenfirmen an. „Dies war zu keinem Zeitpunkt Bestandteil des Geschäftsmodells. Die Kapitalanlagegesellschaften, die die DZ Privatbank im Bestand hat, sind nachweislich steuerkonform“, erklärte das genossenschaftlichen Institut am Montag auf Anfrage.

~ ISIN DE0005140008 DE000CBK1001 WEB https://www.deutsche-bank.de/index.htm

https://www.commerzbank.de/ ~ APA189 2016-04-04/11:49


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