Amateurfußball bleibt Spiegelbild der Gesellschaft

Dass im Tiroler Fußball die Emotionen bisweilen überkochen, ist nichts Neues. Schon immer war der heimische Amateur-Betrieb, der jedes Woche...

Aktionen wie "Fußball gegen Rassismus" zeigen ab und an nicht die gewünschte Wirkung.
© Gepa

Dass im Tiroler Fußball die Emotionen bisweilen überkochen, ist nichts Neues. Schon immer war der heimische Amateur-Betrieb, der jedes Wochenende Tausende Menschen bewegt, ein Spiegelbild der Gesellschaft. Schon allein deshalb scheint es nachvollziehbar, dass sich parallel zur politischen Situation die Berichte über rassistische Ausfälle in den vergangenen drei Jahren häuften. Einige Beispiele:

Im Mai 2013 war Oberlangkampfen-Angreifer Bujar Miftari in Breitenbach beschimpft worden. Und nur ein paar Tage später gab’s nach dem Duell Hatting gegen die SPG Lechtal Vorwürfe gegen einen Außerferner. Der soll einen türkischstämmigen Hattinger über 90 Minuten beschimpft haben.

Einen Monat darauf attackierte ein Zuschauer nach einem Spiel in Längenfeld Schiedsrichter Cemil Et – inklusive Hitlergruß und mehreren „Heil-Hitler-Rufen“. Im August 2013 bezeichnete der Reichenau-Platzsprecher einen dunkelhäutigen Kollegen, den damaligen Silz/Mötz-Kicker Mohamed Camara, als „Neger“. 2015 ging’s in Scharnitz weiter, wo das Spiel der Gastgeber gegen den Asylwerberverein Sans Papiers die Staatsanwaltschaft auf den Plan rief – und mit einer Einstellung des Verfahrens endete.

Zum Drüberstreuen ging’s im Winter bei zwei Nachwuchs-Hallen-Turnieren in Rum zwischen Eltern richtig rund – nicht nur verbal.

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Der besagte Fall bei einem Nachwuchsspiel in Kufstein - http://go.tt.com/202xiMB - ist also nur der neueste in einer erschreckend langen Liste. Dabei scheint auch klar, dass diese längst nicht vollständig ist. Zu oft gilt das Prinzip der drei Affen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. (t.w.)


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