Sessellift vom Patscherkofel auf den Elfer in Neustift

Die Elferbahnen haben der Stadt Innsbruck die alte Panoramabahn abgekauft. Die soll nun Rodler und Skifahrer zur Elferhütte bringen.

© TVB Stubai/Schönherr

Von Denise Daum

Neustift –Einheimische wissen den Elfer als Skiberg zu schätzen: breite, anspruchsvolle Pisten, eine Abfahrt, an deren Ende die Oberschenkel wie Feuer brennen. Der Tourismusverband sieht den Elfer vor allem als Rodelberg und vermarktet ihn auch so. Geschäftsführer Stefan Klammer hat nun ein Projekt konzipiert, das sowohl dem Rodel- als auch dem Skibetrieb zugutekommt.

Im Bereich der ehemaligen Mittelstation des alten Einsersesselliftes, bei der Talabfahrt, soll ein Lift bis auf die Elferhütte errichtet werden. Nicht irgendein Lift, sondern die ehemalige Panoramabahn des Patscherkofels. Die hat Klammer der Stadt schon abgekauft. „Unter einer Million“ hat er gezahlt – den genauen Preis will der Geschäftsführer nicht nennen.

Zudem soll die Rodelbahn mit einer Teilstrecke von der Elferhütte bis zur geplanten Station des neuen Vierersesselliftes reichen. „Gerade der heurige Winter hat gezeigt, dass nur die höheren Lagen schneesicher sind. Wenn die Rodelbahn nach oben verlegt wird, ist der Rodelbetrieb von Weihnachten bis Ostern gesichert“, zeigt Klammer die Vorteile auf.

Die Skifahrer würden von dem Projekt insofern profitieren, als dass sie sich die Fahrt mit dem 53 Jahre alten Schlepper von der Bergstation der Gondelbahn auf die Elferhütte sparen würden und eine lange „Traumabfahrt“ genießen können. Abgesehen davon, dass der Schlepper „am Ende seiner wirtschaftlichen Lebensdauer ist“, wie es Klammer formuliert.

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Mit den betroffenen Grundbesitzern ist Stefan Klammer schon im Gespräch, sie seien positiv gestimmt. „Weil alle an einem Strang ziehen wollen und den Wert des Elfers erkennen“, erklärt der Bergbahnenchef.

Die Elferbahnen wirtschaften zwar positiv, Millioneninvestitionen sind aber nicht drinnen. Für das Projekt braucht’s inklusive Speichersee und Beschneiung rund 3,5 Millionen Euro. Da müssten Tourismusverband Stubai und Gemeinde Neustift, die jeweils etwas über 30 Prozent Anteil an den Elferbahnen haben, einspringen (die restlichen rund 30 Prozent teilen sich um die 130 Gesellschafter). Weder die Gemeinde noch der TVB wollen zum jetzigen Zeitpunkt eine finanzielle Zu- oder Absage erteilen. Von TVB-Geschäftsführer Roland Volderauer ist nur so viel zu hören: Er bewerte das Projekt „grundsätzlich positiv. Am meisten überzeugt mich die erweiterte Rodelbahn, die eine Aufwertung für den Elfer als Rodelberg darstellt.“ Das Prozedere zur Entscheidungsfindung im TVB sieht so aus: Das Projekt ist dem Vorstand bereits präsentiert worden und wandert nun in die Wintersport-Projektgruppe des Verbandes. Von dort gelangt es mit einer Empfehlung zurück an den Vorstand und weiter an den Aufsichtsrat. Schließlich und endlich braucht es noch die Freigabe durch die Tourismusabteilung des Landes Tirol.


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