Zweiter Rechtsgang um Kursmanipulationen der TA-Aktie

Wien (APA) - Ab kommendem Dienstag wird im Wiener Landesgericht der sogenannte Telekom I-Prozess teilweise neu verhandelt. Das gab Gerichtss...

Wien (APA) - Ab kommendem Dienstag wird im Wiener Landesgericht der sogenannte Telekom I-Prozess teilweise neu verhandelt. Das gab Gerichtssprecherin Christina Salzborn auf APA-Anfrage bekannt. In dem Verfahren geht es um Kursmanipulationen der Telekom Austria (TA)-Aktie, die der Broker Johann Wanovits vorgenommen haben soll, um die Auszahlung von Boni an TA-Mitarbeiter zu bewirken.

Wanovits wurde auf den Tag genau vor drei Jahren zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil das Erstgericht davon ausging, dass er 2004 den Wert der Telekom-Anteile gezielt in die Höhe getrieben hatte. Er soll eine Prämie von 1,76 Millionen Euro erhalten haben, um mit massiven Aktienkäufen den Kurs über die Grenze von 11,7 Euro zu bewegen, was für rund 100 Telekom-Führungskräfte Goldes wert war: Über ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (ESPO) bekamen sie Prämien von insgesamt 8,87 Millionen Euro ausgeschüttet.

Neben Wanovits wurden in diesem Zusammenhang auch die beiden ehemaligen TA-Vorstände Stefano Colombo und Rudolf Fischer sowie der Prokurist Josef Trimmel schuldig erkannt. Colombo und Fischer fassten dreieinhalb bzw. drei Jahre Haft aus, Trimmel drei Jahre teilbedingt, wobei der unbedingte Strafteil mit einem Jahr bemessen wurde. Den Rest bekam er auf Bewährung nachgesehen.

Der Oberste Gerichtshof (OGH) hat im vergangenen Dezember die erstinstanzlichen Entscheidungen teilweise aufgehoben und die Rechtssache zurück an die erste Instanz verwiesen. Nach Ansicht der Höchstrichter muss geprüft werden, ob hinsichtlich der Prämienauszahlungen nicht Betrug anstelle der im ersten Rechtsgang angenommenen Untreue vorliegt. Das wäre dann der Fall, wenn sich Täuschungshandlungen nachweisen ließen, die zu den Beschlüssen der maßgeblichen TA-Gremien (Vorstand und Aufsichtsrat) zur Genehmigung des Bonusprogramms führten.

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Für Wanovits, die Ex-TA-Vorstände Colombo und Fischer sowie Trimmel heißt das, dass sie in der kommenden Woche erneut auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Da die über sie verhängten Strafen vom OGH aufgehoben wurden, darf sich vor allem Wanovits gute Chancen ausrechnen, dass es nicht bei der fünfjährigen Freiheitsstrafe bleibt. Das Schöffenverfahren ist vorerst auf zwei Tage anberaumt, den Vorsitz hat Richter Wolfgang Etl inne.

~ ISIN AT0000720008 WEB http://www.telekomaustria.com ~ APA421 2016-04-05/15:18


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