Dieser Hund kann mehr als nur bis drei zählen

Seit drei Wochen besucht Therapiehündin Sandy die Kinder der Sonderschule Lienz. Diese profitieren sehr vom tierischen Können.

Kennenlernen auf Augenhöhe: Therapiehundetrainerin Susanne Scheran (2. v. l.) lässt Sandy auf einem Sessel sitzen.
© Weiskopf

Von Catharina Oblasser

Lienz –Wenn Frauchen Susanne Scheran oder eines der Kinder zwei Finger hebt, dann bellt Sandy zweimal. Sind es vier Finger, dann bellt sie viermal. Bis zehn kann die Therapiehündin „zählen“, schildert Trainerin Scheran. „Aber das machen wir nicht so oft, weil zehnmal bellen recht laut ist“, lacht sie. Jeden Montag ist die Therapiehunde-Ausbilderin mit ihrer Sandy in einer Klasse der Sonderschule Lienz zu Gast. Die beiden Mädchen, zehn und elf Jahre, sowie die Buben, sechs und sieben Jahre, sind begeistert.

Bei Selina ist Konzentration gefragt, wenn sie Sandy ein Leckerli durch ein Rohr schickt
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„Sandy schenkt den Kindern Nähe und Wärme. Und sie schenkt ihnen Akzeptanz, weil sie die Kinder so annimmt, wie sie sind“, beschreibt Scheran. Etwas, was unter Menschen leider nicht immer selbstverständlich sei. Die Buben und Mädchen tragen aber auch Verantwortung für die elfjährige Hündin. „Sie bürsten Sandy oder verstecken Sachen für sie“, erzählt die Trainerin. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler auch selbst etwas, zum Beispiel, wenn sie dem Labrador-Mischling durch ein Rohr ein Hundekeks geben. „Das trainiert die Auge-Hand-Koordination. Das Rohr muss in der richtigen Höhe gehalten werden und genau auf die Hundeschnauze zielen, damit Sandy das Leckerli fangen kann“, so Scheran.

Damit Sandy den Sonderschülern zur Seite stehen kann, musste sie selbst viel lernen und eine einjährige Ausbildung mit mehreren Prüfungen machen. „Ein Therapiehund muss möglichst unempfindlich gegen Stress und Lärm sein und sich überall angreifen lassen“, nennt Scheran einige der Voraussetzungen für die Eignung als Therapiehund. Auch wenn die Kinder einmal etwas unsanfter zupacken, darf das den Hund nicht stören. Gute Konzentration und ein ausgeprägter Spieltrieb sind weitere Bedingungen.

Schuldirektor Andreas Weiskopf ist voll des Lobes für das Hund-Mensch-Team. Die Kinder würden von den Besuchen, die vor drei Wochen begonnen haben, enorm profitieren.

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Neben der Sonderschule besuchen Susanne Scheran und Sandy auch die Bewohner des Wohn- und Pflegeheims in Lienz. Ihr Therapiehundezentrum hat den Sitz eigentlich in Spittal, doch sie selbst lebt seit einem halben Jahr in Lienz und bietet hier auch eine Therapiehunde-Ausbildung an.

Sebastian spürt Hündin Sandy bewusst mit seinem Körper nach und schmiegt sich an ihr weiches Fell.
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