„Zugvögel“: Julian Le Plays musikalische Reisen - Popnews

Wien (APA) - *...

Wien (APA) - *

Mit Worten und Tönen Bilder malen? Gerne, wenn sie dich mit auf Reisen nehmen: So könnte die Grundidee zu Julian Le Plays drittem Album „Zugvögel“ (ab 15. April erhältlich) gelautet haben. Der österreichische Sänger versammelt darauf 13 Stücke, die das Ferne ganz nah holen - mit schmeichelweichen Gitarren, dicken Keyboardspuren und abgegriffenen Metaphern. Auf international getrimmter Mainstream-Pop, gemacht in Österreich. Live stellt er das Material am 28. Mai in Ybbs und ab September zwischen Tirol und Wien vor.

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In ihre Welt entführt Lisa Simone auf einer neuen Platte: Die Tochter der Jazzsängerin Nina Simone veröffentlicht am 29. April „My World“ und gastiert mit dem neuen Material wenige Tage später auch im Wiener Konzerthaus. Für den Auftritt am 2. Mai bringt sie ihre aktuelle Band mit, darunter Gitarrist Herve Samb, mit dem sie die Songs in Frankreich aufgenommen hat. „Er versteht mich“, erzählt Simone in einem Video über die Sessions. „Wir müssen nicht viel reden. Es herrscht ein Flow zwischen uns, der immer sehr direkt ist.“ Man darf sich also eine bestens eingespielte Konstellation erwarten, wenn Gino Chantoiseau am Bass und Sonny Troupe am Schlagzeug das Live-Setting komplettieren.

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„Im Radio spielen sie nicht mal mehr Musik...“: Was Max Giesinger im Opener seiner neuen, zweiten Platte „Der Junge, der rennt“ kurz anreißt, muss ob der darauf enthaltenen Songs stark bezweifelt werden. Denn was, wenn nicht Stücke wie „Barfuß und allein“ sollen geeignet sein, um den Nebenbei-Hörer genauso abzuholen wie Hardcore-Fans? Der deutsche Singer-Songwriter, der 2011 bei der Castingshow „Voice of Germany“ bis ins Finale kam, hat sich mittlerweile im besten Sinne emanzipiert: Intelligente Lieder zwischen Pop und Rock, eingängig beim ersten Hören, aber mit ausreichend Ecken und Kanten, um auch länger Bestand zu haben. Da wippt der Fuß, schnipsen die Finger und würde man am liebsten sofort mitsingen. Am 6. Oktober stattet Giesinger dem Wiener B72 einen Besuch ab.

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Ob es wirklich ihre letzte Chance ist? Hört man die neue, am Freitag erscheinende EP der US-amerikanischen Musikerin Monika Heidemann und den Eröffnungssong „Last Chance“, stellt sich nicht unbedingt der Eindruck eines Schwanengesangs ein. Tanzbarer Elektropop, getragen von Heidemanns kraftvollem Gesang, der sich vorzugsweise im 80er-Fahrwasser wohlfühlt. Was jetzt nicht unbedingt neu klingt, gelingt der derzeit in New York angesiedelten ehemaligen Frontfrau der Band Xylos insofern überzeugend, als die vier Songs auf „Detectives“ (plus eines Remixes) die Grundzutaten recht abwechslungsreich anordnen: Mal reduziert, dann wieder knallbunt kommt es aus den Boxen. Chance definitiv genützt.

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„Berühmte letzte Worte“ stellt Samy Deluxe in Aussicht: Das gleichnamige neue Album des deutschen Rappers, das ab Ende April im Handel erhältlich ist, bietet für ihn typischen Battle-Rap, vorgetragen über zwischen Soul und elektronisch gefärbtem Pop oszillierenden Beats von Produzent Bazzazian. Die Themen? Samy, Samy und nochmals Samy. Der Hamburger, der bürgerlich auf den Namen Samy Sorge hört, verhandelt immer noch am liebsten seine eigenen Zustände, schließlich will er nicht wie Kollege Peter Fox ein „Haus am See“, sondern ein „Haus am Mehr“, teilt er im so benannten Stück mit. Dieses Mehr an Raps und Beats dürfen sich auch Fans vom achten Album erwarten - solide Hip-Hop-Kost, die ohne Überraschungen auskommt.

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Noch keine neue Veröffentlichung, aber immerhin neue Songs bringt John Bramwell am 16. April ins Wiener Haus der Musik. Der Frontman von I Am Kloot gastiert im Rahmen eines Vienna-Songwriting-Association-Special in der Bundeshauptstadt. Steht Bramwell eher für die leisen Töne, lädt die britische Rock-Institution Status Quo am 12. Oktober im Gasometer zur lauten „Last Night Of The Electrics“. Ihre „elektrische“ Abschiedstournee bringt die Band am Tag darauf auch auf das Klagenfurter Messegelände.


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