„KLIVV.AT“: Erster Wildvogel erhielt österreichisches „Kennzeichen“

Wien (APA) - Nachdem Österreich im vergangenen Jahr - als letztes europäisches Land - eine Vogelwarte bekommen hat, erfolgte nun die erste w...

Wien (APA) - Nachdem Österreich im vergangenen Jahr - als letztes europäisches Land - eine Vogelwarte bekommen hat, erfolgte nun die erste wissenschaftliche Beringung von Wildvögeln mit eigenen österreichischen Ringen. Bisher wurde mit deutschen Markierungen gearbeitet. Gestern, Dienstag, erhielt eine Mönchsgrasmücke den ersten Ring mit der Kennzeichnung „KLIVV.AT AUSTRIA“, teilten die Forscher mit.

Durch die Vogelberingung sammeln die Wissenschafter wichtige Daten über den Zustand der Wildvögel und ihre Wanderbewegungen. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts würden Vögel mit kleinen Metallringen am Bein markiert, von 1913 bis in die 1930er-Jahre habe es auch in Salzburg eine Beringungszentrale gegeben, erklärte Wolfgang Vogl von der Abteilung für Ornithologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien gegenüber der APA. Seither habe die deutsche Vogelwarte Radolfzell vom Max-Planck-Institut für Ornithologie die Vogelberingung in Österreich koordiniert.

Im Vorjahr wurde schließlich am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) der Vetmeduni mit dem Austrian Ornithological Centre (AOC) eine österreichische Vogelwarte eingerichtet. Ihr Forschungsschwerpunkt liegt in der Untersuchung der Lebensweise wildlebender Vögel sowie dem Monitoring von Brut- und Zugvogelpopulationen. Zudem soll sie als Dokumentationsstelle sämtliche ornithologischen Forschungsprojekte in Österreich erfassen.

Bisher wurden 30.000 bis 40.000 Vögel pro Jahr in Österreich - mit Ringen mit der Aufschrift „Radolfzell Germania“ - beringt, sagte Vogl. Geplant sei, diese Zahl zu steigern und die Tätigkeit vor allem auch stärker in Richtung Westösterreich und damit den Alpenraum auszuweiten, „um ein besseres Bild über Gesamtösterreich zu erhalten“. Die Wissenschafter sind dabei auf die Mithilfe durch ehrenamtliche Helfer, die sogenannten Beringer, angewiesen.

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Für die Beringung von Zugvögeln werden feine Japannetze aufgestellt, um die Tiere zu fangen. Nach Art- und Geschlechtsbestimmung werden sie dann vermessen und ihre Konditionswerte anhand einer optischen Beurteilung der Flugmuskulatur und des Körperfetts erfasst. Die Mönchsgrasmücke, die den ersten österreichischen Ring mit der Codierung „T 000001“ und der Aufschrift „KLIVV.AT AUSTRIA“ erhielt, wurde am Standort des KLIVV am Wiener Wilhelminenberg gefangen.

Wird ein beringter Vogel wieder eingefangen bzw. gesichtet, wird dies der beringenden Einrichtung zurückgemeldet. Damit können Wanderbewegungen, populationsdynamische Prozesse und das jahreszeitliche Auftreten von wildlebenden Vogelarten erfasst werden.

(AVISO: Fotos zum Download gibt es unter: http://go.apa.at/nVzrKaTt)


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