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Wien/Europa-weit (APA) - xxx

ORF-Landesdirektor: Der Salzburger ORF-Landesdirektor Roland Brunhofer will auch in der nächsten Geschäftsführungsperiode ab 2017 an der Spitze seines Landesstudios bleiben. „Ich werde mich um Salzburg bewerben. Es ist viel getan. Aber es gibt noch viel mehr zu tun“, sagte Brunhofer den „Salzburger Nachrichten“ (SN). Zuletzt gab es immer wieder Spekulationen um einen Wechsel Brunhofers nach Wien. Der aus Oberösterreich stammende Salzburger Landesdirektor gilt als SPÖ-nah, sein Verhältnis zu Salzburgs ÖVP-Landeshauptmann Wilfried Haslauer zugleich als unterkühlt. „Distanziert professionell“ nannte es Haslauer-Sprecher Thomas Kerschbaum in den „SN“. Landeshauptleute haben bei der Bestellung der ORF-Landesdirektoren laut ORF-Gesetz ein „Anhörungsrecht“. Auf die jeweilige politische Windrichtung wurde bei der Wahl der Landesdirektoren in der Vergangenheit vom ORF-Chef meist Rücksicht genommen. Brunhofers Bilanz in Salzburg gilt ORF-intern freilich als Benchmark für andere Landesstudios: die Werbeeinnahmen wurden fast verdoppelt, die Kosten deutlich gesenkt, die Quoten haben sich ebenfalls positiv entwickelt. Häufig genannte potenzielle Brunhofer-Nachfolger wollten einen möglichen Wechsel nach Salzburger gegenüber den „SN“ unterdessen nicht näher kommentieren. „Ich kommentiere nur Fakten. Und Fakt ist, dass ich Chefredakteur von ORF III bin“, meinte etwa Christoph Takacs. „Ich äußere mich nicht zu Personalspekulationen“, sagte ORF-Magazine-Chefredakteurin Waltraud Langer. Ähnlich der Leiter des Wiener ORF-Korrespondentenbüros Roland Adrowitzer: „Es gab keine Gespräche. Es hätte mich nur ORF-Generaldirektor Wrabetz darauf ansprechen können. Und er hat sich nicht gerührt.“

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ORF-Finanzen: Der ORF zählt zu den reichsten Rundfunkanstalten Europas. Dies geht aus dem Bericht „Funding of Public Service Media 2015“ der European Broadcasting Union (EBU) hervor, die der „Standard“-Journalist Harald Fidler für sein Projekt dieMedien.at aufbereitet hat. Der ORF ist demnach bei den Einnahmen die fünftgrößte Radio- und Fernsehanstalt in Europa. Vor dem heimischen Öffentlich-Rechtlichen liegen nur die deutsche ARD, die britische BBC, die italienische RAI sowie die Schweizer SRG (Schweiz). Für die Erhebung der Sender-Finanzen wurden Daten aus rund 40 Ländern erhoben. Beim nationalen Umsatz liegt Österreich mit dem ORF mit 1,01 Milliarden Euro an sechster Stelle. Bei den kommerziellen Einnahmen in Prozent des Umsatzes liegt Österreichs öffentlich-rechtlicher Sender hinter Malta und Polen auf Platz drei. 42 Prozent des ORF-Umsatzes sind demnach kommerzielle Einnahmen.

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TV-Sender: Die Gesamtzahl der Fernsehsender in der EU hat in den letzten sechs Jahren um 49 Prozent zugenommen - von 3.615 im Jahr 2009 auf 5.370 im Jahr 2015. Dies geht aus einer Erhebung der Europäischen Audiovisuellen Informationsstelle hervor. Die meisten Fernsehsender gab es 2015 im Vereinigten Königreich Großbritannien, in Frankreich, Deutschland und Italien. Allein 57 Prozent der Nettozunahme zwischen 2009 und 2015 entfielen auf HD-Sender. Weitere Genres mit einem erheblichen Wachstum waren im gleichen Zeitraum Sportkanäle (11 Prozent der gesamten Nettozunahme) und Unterhaltungssender (6 Prozent der gesamten Nettozunahme). Für Österreich hat am Mittwoch der Satellitenbetreiber Astra Daten zum Fernsehmarkt vorgelegt. Punkto TV-Reichweiten werden demnach 2,12 Millionen (60 Prozent) der 3,57 Millionen TV-Haushalte Österreichs via Satellit versorgt. Über Kabel sind es 1,12 Millionen (31 Prozent), via IPTV 0,19 Millionen (5 Prozent), via DVB-T 0,14 Millionen (4 Prozent). Die Zahl der TV-Haushalte mit HD-Empfang ist auf 2,44 Millionen gestiegen. 51 Prozent der TV-Haushalte kennen laut Astra TV-Monitor bereits den neuen Fernseh-Standard Ultra HD, der im Vergleich zu Full-HD eine viermal höhere Auflösung bringt. Nach Astra-Schätzungen könnte es bis Ende 2016 bereits rund 400.000 Ultra HD-Geräte in Österreich geben.

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Paid Content: Digitale Bezahlinhalte (Paid Content) entwickeln sich in Deutschland weiter zum Branchenstandard und zu einer wachsenden Erlösquelle. Die ergab eine Erhebung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), wonach aktuell 120 der insgesamt 344 Tageszeitungsverlage in Deutschland Paid Content anbieten. „Die zunehmende Mobile-Nutzung hat auch die Einführung von Paid Content im Netz befördert. Der App-Markt hat eine neue Bezahlkultur angeregt“, so BDZV-Digital-Experte Holger Kansky. Bezahlte Apps hätten von Beginn an neben kostenlosen Angeboten existiert. Davon hätten auch journalistische Angebote profitiert. Bisher greifen die Verlage bei Paid Content auf vier verschiedene Varianten zurück: Neben den „harten“ Bezahlschranken, bei denen ausschließlich zahlende Kunden Zugriff auf die Inhalte bekommen, gibt es Freemium-Modelle, bei denen Premium-Inhalte kostenpflichtig sind, alles Übrige jedoch frei zugänglich ist. 55 Prozent der Verlage bieten solche kombinierten Lösungen an. Das Metered-Model nutzen 38 Prozent der Unternehmen. Hier wird die Nutzung erst kostenpflichtig, wenn der User eine bestimmte Anzahl freier Zugriffe im Monat überschreitet. Auf das Spenden-Modell, bei dem die Nutzer um eine freiwillige Zahlung gebeten werden, setzen bisher mit der „taz“ und dem „Neuen Deutschland“ zwei Verlage. Bereitschaft, ihre Inhalte in Content-Aggregatoren wie etwa Blendle einzubringen, besteht laut deutschem Zeitungsverlegerverband bei 48 Prozent der Verlage.

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~ WEB http://orf.at ~ APA269 2016-04-06/12:47


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