Wiesbaden: Regiewechsel bei „Satanischen Versen“ nach Differenzen

Wiesbaden (APA/dpa) - Nach künstlerischen Differenzen bekommt die geplante Wiesbadener Inszenierung der „Satanischen Verse“ einen neuen Regi...

Wiesbaden (APA/dpa) - Nach künstlerischen Differenzen bekommt die geplante Wiesbadener Inszenierung der „Satanischen Verse“ einen neuen Regisseur. Die Regie des Stücks nach dem berühmten Roman von Salman Rushdie übernimmt der aus dem Irak stammende Schauspieler und Regisseur Ihsan Othmann.

Geplant waren die Proben mit Regisseur Thorleifur Örn Arnarsson, der am Staatstheater Wiesbaden unter anderem „Die Dreigroschenoper“ inszenierte. Der Streit entzündete sich an der Frage, wie dicht das Stück an der Vorlage bleiben sollte. „Thorleifur Örn Arnarsson hat die Inszenierung der Satanischen Verse abgesagt, weil die Theaterleitung darauf bestand, in der Aufführung Salman Rushdies Meisterwerk zu folgen“, erklärte Intendant Uwe Eric Laufenberg am Mittwoch. „Bei einem Buch, über das die ganze Welt eine Meinung hat, ohne es zu kennen, eine vielleicht doch verständliche Haltung?“

Der indisch-britische Autor Rushdie war 1989 mit einer Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten, belegt worden. Radikale Muslime hatten „Die satanischen Verse“ als gotteslästerlich empfunden. Der damalige oberste Führer im Iran, Ajatollah Khomeini, verhängte daraufhin ein Todesurteil. Der heute 68-Jährige musste jahrelang versteckt leben.

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