Khol liegt so manchem in der ÖVP schwer im Magen

Der Bundespräsidentenwahlkampf startet durch. Die FPÖ sieht den landesüblichen Empfang missbraucht, der ÖVP macht ihr Kandidat Sorgen.

Das war 2013. LH Günther Platter und Noch-Bundespräsident Fischer beim landesüblichen Empfang. Den wird es am Donnerstag auch geben. Zu nah zum ÖVP-Wahlkampfauftakt für Andreas Khol, klagt die FPÖ.
© Murauer

Von Anita Heubacher

Innsbruck –Am Donnerstag werden die Schützen und die Musik am Eduard-Wallnöfer-Platz aufmarschieren zum landesüblichen Empfang. Den schreiten dann LH Günther Platter, Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und ÖVP-Bundesparteichef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner ab. Danach geht der Wahlkampfauftakt zur Bundespräsidentenwahl am 24. April für Andreas Khol über die Bühne im Congress.

Der FPÖ ist das zu viel. „Die Schützen werden von der ÖVP instrumentalisiert“, kritisiert der blaue Parteichef Markus Abwerzger. „Wo kommen wir denn da hin, dass die Abteilung Öffentlichkeitsarbeit im Land den landesüblichen Empfang zahlt und ihn die ÖVP für ihren Wahlkampfauftakt nützt?“ ÖVP-Parteimanager Martin Malaun lässt das nicht gelten. Die Veranstaltungen seien zeitlich und örtlich sauber getrennt. Andreas Khol werde beim landesüblichen Empfang nicht dabei sein. „Das sind zwei Paar Schuhe“, sagt Malaun.

Dass sich der Saal im Congress füllt, dürfte nur eine Sorge der ÖVP sein. Andreas Khol kommt in den Umfragen nicht vom Fleck. Weder österreichweit noch in Tirol. In einer von der Partei in Auftrag gegebenen Umfrage liegt der grüne Spitzenkandidat Alexander Van der Bellen offenbar in Tirol auf Platz eins. Bestätigen will das Malaun nicht. „Auf Umfragen gebe ich nicht viel.“ Eines sei klar: „Der Wahlkampf wird nicht in Tirol gewonnen und nicht in Tirol verloren.“ Van der Bellen und Khol gelten beide als Tiroler Kandidaten. Van der Bellen plakatiert seine Heimatliebe, Khol pflegt den Tiroler Dialekt.

Dass bei einem schlechten Abschneiden von Khol der Schuldige in Tirol gesucht wird, glaubt Malaun nicht. Dieser Druck laste nicht auf Parteichef Günther Platter. Weder in Wien noch in Tirol werde das Ergebnis bei der Präsidentenwahl innerparteilich Auswirkungen haben. Die Position der Tiroler VP werde in der Bundesparteizentrale nicht geschwächt, wie auch immer die Wahl ausgehe.

Abseits der offiziellen Sprachregelung hält sich der Optimismus in der Tiroler ÖVP in Grenzen. Viele glauben nicht daran, dass es Khol überhaupt in die Stichwahl schafft. Im Laufe seiner langen Politkarriere habe sich Khol nicht nur Freunde gemacht. Wer soll also für den Tiroler laufen? Der Bauernbund, sonst Mobilisierungskaiser, trägt Khol noch seine Aussagen in Sachen Agrargemeinschaft nach. „An Unsriger isch des nit“, erklärt ein Bauernvertreter. Auch im Arbeitnehmerflügel, AAB, tun sich die Funktionäre schwer. Schließlich wurden Beamtenprivilegien unter Schwarz-Blau gekürzt. Federführend mit dabei: Mastermind Andreas Khol als Klubobmann. Die Wahrheit ist in beiden Fällen keine Tochter der Zeit. Die Ressentiments haben sich über die Jahre erhalten.

Bleibt als Hoffnung der Seniorenbund. Sonst treue Wähler, sind die rüstigen Mitglieder im Bund mit Polit-Urgesteinen auf Landesebene schon länger konfrontiert, als ihnen lieb ist. Dem Tiroler Seniorenbundchef fehle die Mobilisierungskraft, die Lust, ein weiteres Urgestein in das Amt des Bundespräsidenten zu heben, sei eine enden wollende.

Schafft es Khol nicht einmal in die Stichwahl, könnte die Bundespräsidentenwahl indirekt eine sehr große Bedeutung erlangen. Nämlich dann, wenn die Bundesregierung in Wien platzt und es Neuwahlen gibt. Dann wird die Macht innerhalb der Partei neu verteilt. Manche bringen sich dafür bereits in Stellung. Im Osten. Im Westen marschieren erst einmal die Schützen auf.


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