Landesrat Tilg erntet Applaus und Skepsis

SPÖ-Gesundheitssprecherin Gabi Schiessling freut sich, dass die Verhandlungen um die Ärztegehälter so gut wie abgeschlossen sind. „Ende gut,...

SPÖ-Gesundheitssprecherin Gabi Schiessling freut sich, dass die Verhandlungen um die Ärztegehälter so gut wie abgeschlossen sind. „Ende gut, fast alles gut“, lautet ihr Resümee. Das Vorhaben von ÖVP-Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg, den Privathonorarkuchen neu zu verteilen, begrüßt Schiessling. „Für uns SozialdemokratInnen war immer klar, dass der Hausanteil erhöht werden muss.“ Derzeit schneidet das Haus 20 Prozent bei den Privatgeldern mit, Tilg schweben künftig 40 Prozent vor. Schiessling sieht die gerechte Verteilung der Gelder nicht immer gewährleistet.

Skeptisch bleibt die Liste Fritz. „Für uns ist die Lösung dann gelungen, wenn alle Beteiligten sich geeinigt haben und auch alle Beteiligten wissen, wer die anfallenden Mehrkosten übernimmt. Nur Summen in die Welt zu setzen, aber nicht zu wissen, wer sie finanzieren soll, ist zu wenig“, stellt Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider klar. Auch sie sieht bei der Verteilung der Privathonorare Handlungsbedarf.

Für die grüne Nationalrätin Sigrid Maurer ist der Plan Tirols, eine Ärzteausbildung parallel zur Medizin-Uni einzuführen, problematisch. Durch ein derartiges „Studium light“ institutionalisiere man die Zwei-Klassen-Medizin, auch weil man dann „die schlechter ausgebildeten Ärzte verpflichte“, im Land zu bleiben. Von Minister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) will die Tirolerin in einer Anfrage wissen, wie er zu diesem Plan stehte. Maurer befürchtet, dass sich die Hochschulpolitik ändere und der Bund vermehrt auf Privat-Unis setzt. Die Kritik von Medizin-Rektor Markus Müller an der Medical School sei aber scheinheilig, da seine Uni selbst 50 Prozent an einer Privat-Uni ähnlich der UMIT halte. (aheu, sta)


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