Schwarze Rösser ziehen künftig nur einen Wagen

Die Raiffeisenbank Mieminger Plateau und die Raiffeisen-Regionalbank Telfs wollen fusionieren. Die Beschlüsse fallen diesen Monat.

Die Zentrale der Raiffeisenbank Mieming soll künftig zur Filiale der gemeinsamen Bank in Telfs werden.
© Reichle

Von Matthias Reichle

Mieming –Nach der Sanierung der Geschäftsräume im Jahr 2014 steht der Raiffeisenbank Mieminger Plateau nun bereits der nächste große „Umbau“ bevor. Seit Herbst wird die Fusion mit der Raiffeisen-Regionalbank Telfs vorbereitet. Die beiden eigenständigen Institute sollen zusammengeführt werden und künftig unter dem gemeinsamen Namen Raiffeisenbank Telfs-Mieming firmieren.

Voraussetzung für den Prozess ist jedoch die Zustimmung der Eigentümer der beiden genossenschaftlich organisierten Banken. Bei den Generalversammlungen – am 26. April in Mieming und einen Tag später in Telfs – sollen die dafür notwendigen Beschlüsse fallen. Beim Okay der Mitglieder muss die technische Zusammenführung und juristische Fusionierung mit der Eintragung ins Firmenbuch bis zum 30. September abgewickelt sein, damit sie rückwirkend mit 1. Jänner gültig werden kann.

„Es ist eine große Herausforderung für beide Partner, aber ich glaube, dass beide profitieren werden“, betont der Telfer Aufsichtsrats-Vorsitzende Herbert Waldner. „Telfs ist fast dreimal so groß wie Mieming“, erläuterte der Telfer Vorstand Wolfgang Dirnberger anhand aktueller Zahlen. Das wird sich auch in der künftigen Struktur widerspiegeln. Der Aufsichtsrat der gemeinsamen Bank wird von sechs auf neun Mitglieder aufgestockt – drei davon fallen Mieming zu. Zu den zwei Telfer Vorständen stößt mit Günter Steffan einer aus Mieming dazu.

Die Verantwortlichen aus Telfs und Mieming präsentierten die geplante Fusion ihrer Bankinstitute.
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Auch wenn die Fusion erst jetzt erfolgt, arbeiten die beiden Institute bereits seit eineinhalb Jahren zusammen, betont der Raiffeisen-Obmann aus Mieming, Franz Dengg. Nach dem gesundheitsbedingten Ausscheiden des zweiten Mieminger Geschäftsführers hat der Telfer Vorstand Andreas Wolf diese Aufgabe interimistisch miterledigt. „Das ist nicht selbstverständlich“, so Dengg. „Und wir haben eine gute Zusammenarbeit.“

Die Fusion sei jedoch nicht aufgrund der aktuellen Wirtschaftszahlen notwendig, so Dengg. Diese seien „sehr gut“, vor allem die Eigenkapitalquoten, „von denen andere Banken träumen“. Jedoch machen es die aktuelle Zinsentwicklung und die Verschärfungen bei den Gesetzen für kleine Banken nicht leichter. Die Anforderungen wachsen ständig an. „Große Banken machen Probleme, die kleinen Banken trifft es“, sprach Dengg von einer „Regulierungswut“. Durch die Fusion will man Synergien nutzen. Das bedeute jedoch keinen Arbeitsplätzeabbau, betont Waldner. „Die Arbeitsplätze sollen abgesichert werden.“ In Mieming arbeiten derzeit 13 Angestellte, in Telfs 50. Einzelne Mitarbeiter sollen von Mieming in die neue Zentrale nach Telfs wechseln, andere von Telfs nach Mieming. Alle Bankstellen sollen erhalten bleiben – das wurde für die Filiale in Obsteig vertraglich abgesichert. Für die Mieminger Kunden soll sich nur die Bankleitzahl ändern und damit der IBAN.


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